Affing    

Keine Diskussion mehr

Affing - Der Gemeinderat kann laut Geschäftsordnung ein einmal abgestimmtes Thema nur dann noch einmal revidieren, wenn sich neue Gesichtspunkte ergeben haben. Das ist bei der Realschulturnhalle in Bergen nicht der Fall. Und deshalb wurde eine erneute Diskussion nach einer erneuten halbstündigen Diskussion abgelehnt.


In drei Sitzungen beschäftigte sich der Affinger Gemeinderat mit der Frage, wie die neue Turnhalle bei der Realschule in Bergen aussehen soll. Zudem unternahm man eine Besichtigungsfahrt. Man wog ab, diskutierte, traf sich mit den Sportvereinen, verschob die Entscheidung und schließlich wurde kurz vor Weihnachten mit einer Patt-Abstimmung gegen eine Turnierhalle votiert, die mindestens 600 000 Euro mehr gekostet hätte. Die nun zu bauende Halle sei für alle Sportarten nutzbar, lediglich bei einigen erfülle sie nicht die Maß-Vorschriften für Turniere, hieß es.
Weder auf den Gemeinderatssitzungen noch auf der Bürgerversammlung Ende Dezember äußerten sich Vertreter von Sportvereinen. Jetzt, wo die Entscheidung gut vier Wochen alt ist, kamen sie aus der Deckung. DJK Gebenhofen und TSV Mühlhausen schrieben Briefe an Bürgermeister Markus Winklhofer. Die Entscheidung des Gemeinderats, die einmalige Chance auf eine große Sporthalle in Bergen verstreichen zu lassen, habe Unverständnis ausgelöst, heißt es darin. Schon jetzt könnten die beiden bestehenden Einfachturnhallen den Bedarf nicht decken. Viele Kurse müssten vor allem in den Wintermonaten ausfallen oder auf unbeliebte Termine ausweichen. Die Gemeinde vergebe sich und den Vereinen viele Entwicklungsmöglichkeiten. Man wisse nicht, wohin der Trend gehe. Die Fußballer investierten viele Euros und Kilometer, um ihr Wintertraining in teuren Soccerhallen abzuhalten.
Die Schreiben stießen bei vielen Gemeinderäten auf Unverständnis. Die Vereine hätten Zeit genug gehabt, ihre Meinung zu äußern, aber diese Gelegenheiten nicht wahrgenommen. Wären zur Sitzung am 15. Dezember ähnlich viele Zuhörer gekommen wie am Dienstag, eventuell hätten einige anders abgestimmt, meinte Markus Jahnel. Außerdem sei den Vereinen ein Denkfehler unterlaufen: Die nun zu bauende Doppelturnhalle biete nicht weniger Belegungsmöglichkeiten als eine Turnierhalle. Der Unterschied liege lediglich in den Maßen. "Der Gemeinderat hat sich die Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht", erinnerte Stefan Matzka, und auch Helmut Merwald fand, die Schreiben gingen an der Realität vorbei: "Soccertraining geht in der neuen Halle!" Sportvereine beklagen verpasste Chance

Von Monika Grunert Glas


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Veröffentlicht am 14.05.2015 00:01 Uhr




 

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