Sielenbach    

Sprache und Arbeit sind das Wichtigste

Sielenbach - Ein wichtiges Ziel hat man in Sielenbach mit einer Info-Veranstaltung zum Thema Asyl erreicht: Nach der gut besuchten und langen Veranstaltung im Sportheim, meldeten sich am Mittwochabend weitere 16 Bürger, die im Helferkreis mitarbeiten und bei der Integration der Flüchtlinge helfen wollen.


Wie bereits in vielen Informationsabenden im Landkreis hatte Simone Losinger, zuständige Sachgebietsleiterin im Landratsamt, über den aktuellen Stand informiert, Zahlen genannt und die zugrundeliegenden gesetzlichen Grundlagen erläutert.
Viele Fragen der Besucher an sie betrafen aber die Asylpolitik im Allgemeinen, und auch einige der offenbar unausrottbaren Vorurteile und Gerüchte über Flüchtlinge schwangen in einigen Redebeiträgen mit.
Es war der Sachlichkeit von Simone Losinger, die sich auf ihre Aufgabe, die Verwaltung der Flüchtlingsproblematik im Landkreis berief, und vor allem den beiden Gemeinderäten Josef Strasser und Horst Pappenberger zu verdanken, dass die Veranstaltung letztendlich konstruktiv verlief.
Beide fingen die Diskussion immer ein und führten sie auf ihren eigentlichen Zweck zurück: "Das ist keine politische Veranstaltung, es bringt nichts, hier Themen zu besprechen, die in Berlin oder Europa gelöst werden müssen. Es geht um die Flüchtlinge in Sielenbach, es geht um einen Asylkreis und was wir hier machen können, um die Aufgaben zu lösen", sagte Strasser.
Fragen hatten die Sielenbacher genug. Groß ist beispielsweise die Sorge, dass die Schulturnhalle für die Unterbringung genutzt wird, wenn keine Unterkünfte mehr zur Verfügung stehen. Im Landratsamt ist man überzeugt, das vermeiden zu können. Ein emotionales Plädoyer hielt schließlich Sportheimwirtin Ferryal Weinmüller. Sie berief sich dabei auf ihre eigene Erfahrung als Flüchtling. Sie ist vor 30 Jahren mit ihrem Vater aus dem Iran geflohen und kennt die Situation, in der viele Asylbewerber nun sind. "Vor 30 Jahren habe ich in diesem Land Schutz gefunden. Die Menschen, die aus Syrien kommen und um Hilfe bitten, haben ihr Hab und Gut gegeben, um diesen Schutz auch zu bekommen." Sie verwies auf die Bedeutung der Sprache und erklärte, dass Integration von beiden Seiten ausgehen müsse. "Die Menschen müssen ihre Rechte und Pflichten kennen lernen, das können sie aber nur, wenn wir ihnen dabei helfen." Die auch in der Debatte in Sielenbach immer durchscheinenden Ressentiments und Vorurteile machten sie dagegen nachdenklich: "Zu sagen, bloß weil jemand ein Ausländer ist, muss ich Angst um meine Tochter haben, ist nur traurig."
Um diese Lösungen auch finanziell anzuschieben, spendete ein Bürger nach der Veranstaltung 1000 Euro für Soforthilfe, wie Bürgermeister Martin Echter der AZ mitteilte. Ein Bürger spendet nach der Veranstaltung spontan 1000 Euro

Von Dr. Berndt Herrmann


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Veröffentlicht am 11.02.2016 22:00 Uhr




 

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