Pöttmes    

Breite Zustimmung für einen Bestattungswald bei Pöttmes

Pöttmes - Einen Bestattungswald könnte es bald westlich von Pöttmes geben. Franziskus Freiherr von Gumppenberg stellte das Projekt am Donnerstag zusammen mit einem Vertreter der Firma Friedwald im Gemeinderat vor. Dort wurde die Idee wohlwollend aufgenommen. Während vor zwei Jahren ein ähnliches Vorhaben in Blumenthal vom Aichacher Stadtrat abgelehnt worden war, entschied man sich in Pöttmes dafür, Planungen für vertragliche Vereinbarungen aufzunehmen.


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Die Atmosphäre eines Bestattungswaldes gefällt vielen Menschen. Das Interesse wächst. Fotos: Friedwald


Die Bestattung im Wald wird immer häufiger nachgefragt. Einerseits entfällt die Grabpflege, die gerade entfernt lebende Angehörige kaum leisten können. Zugleich gibt es einen physischen Erinnerungsort. Andererseits gefällt vielen die Vorstellung, im Wald die letzte Ruhe zu finden. Etwa die Hälfte der Interessierten sucht sich deshalb ihren Baum noch zu Lebzeiten aus. An diesem Baum wird nach der Beisetzung eine Tafel angebracht, auf der die Namen der dort bestatteten Menschen stehen.
Viel braucht ein Bestattungswald nicht: einen Parkplatz, Zufahrtsmöglichkeiten und einen Andachtsort. Den Wald der Gumppenberg'schen Güterinspektion halten Franziskus von Gumppenberg und Stephan Martini von der Firma Friedwald für bestens geeignet. Das 26 Hektar große Areal bietet genügend Platz. Theoretisch können pro Hektar 80 bis 100 Bäume zu Bestattungsbäumen werden, bis zu 20 Urnen können pro Baum bestattet werden.
In den von Friedwald betriebenen Begräbnisstätten gibt es alle zwei Wochen Führungen, bei denen sich Interessierte nach einem Baum umsehen können. Die Preise variieren je nach - unterschiedlich beliebter - Baumart. Einen solchen Baum kann man sich dann mit anderen teilen oder einen eigenen Familienbaum erwerben. Die Ruhezeit für Familienbäume beträgt 99 Jahre. Ein Baum mit den ersten beiden Plätzen kostet je nach Art und Lage zwischen 2500 und 7000 Euro, weitere Plätze sind für 300 Euro zu haben. Einzelpersonen können ab 770 Euro für 15 Jahre einen Platz erwerben.
Natürlich können die Pöttmeser Pfarrer nicht alle Beisetzungen durchführen. Eher sollen die Trauerfeiern am Wohnort des Verstorbenen stattfinden, ehe die Urne später beigesetzt wird. Pfarrer Thomas Rein wollte sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu dem Thema äußern. Er habe mit Franziskus von Gumppenberg schon Gespräche darüber geführt, dem Pfarrgemeinderat soll das Projekt ebenfalls noch vorgestellt werden, sagte er auf Nachfrage unserer Zeitung. Einzelne Bistümer haben inzwischen ihre Ablehnung von Bestattungswäldern revidiert, erste Friedwälder werden laut Stephan Martini schon unter kirchlicher Trägerschaft geführt. Grundsätzlich ist ein Bestattungswald aber ohnehin nicht konfessionell gebunden.

Von Carina Lautenbacher


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Die Bäume sind markiert, kleine Tafeln weisen auf die Verstorbenen hin.



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Veröffentlicht am 07.05.2021 18:15 Uhr