Augsburg    

Kostenlos in Bus und Tram

Augsburg - Es sei nicht weniger als "ein Novum" für ganz Süddeutschland und Augsburg eine "Pilot-Stadt", auf die andere Kommunen nun schauen würden - Walter Casazza, Geschäftsführer der Augsburger Stadtwerke, ist von der neuen City-Zone überzeugt. Gemeinsam mit Augsburgs Wirtschafts- und Finanzreferentin Eva Weber stellte er nun den Innenstadt-Nahverkehrsbereich vor, innerhalb dessen von Januar an kostenlos mit Tram und Bus gefahren werden kann. Kritiker hätten sich allerdings eine größere City-Zone gewünscht.


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Innerhalb der City-Zone darf man kostenlos Tram und Bus fahren. Wer sie lediglich durchquert, muss die Haltestellen jedoch in die Ticketkosten einberechnen. Grafik: Stadtwerke Augsburg


Die Umsonst-Zone, die die Stadt und der Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund (AVV) unter der Regie der Stadtwerke nun anbieten, umfasst neun Stationen rund um den Königsplatz. Wer sich innerhalb zwischen Hauptbahnhof, Theater, Rathaus, Moritzplatz, Kö, St. Ulrich sowie Industrie- und Handelskammer mit Bus und Straßenbahn bewegt, muss kein Fahrgeld zahlen und nicht einmal ein Ticket lösen. Casazza sieht dies vor allem auch als "Werbung für den Nahverkehr". Denn: "Eingefleischte Autofahrer können damit die Vorzüge des Nahverkehrs testen." Im besten Fall seien dadurch in Zukunft weniger Autos in der Innenstadt unterwegs. "Mit der City-Zone gehen wir einen wichtigen Schritt in Richtung Luftreinhaltung in Augsburg", ergänzte Vizebürgermeisterin Eva Weber. Zudem wolle man "den Parksuchverkehr verringern, die Innenstadt für Besucher attraktiver machen und den Einzelhandel stärken."
Die Parkplatzsuche ist ein Stichwort, das auch die Kritiker der City-Zone nennen. Denn an den Haltestellen der Zonengrenze befinden sich kaum Möglichkeiten, das Auto abzustellen, um auf den ÖPNV umzusteigen. Warum nicht zumindest der Kongress am Park noch Teil des Gratis-Bereichs sein könne, fragten einige bereits im Frühjahr 2018, als die Pläne für die Zone zum ersten Mal vorgestellt wurden. An der Kongresshalle könnte - so die Pläne der Stadt - ein großes Parkhaus entstehen; ein Park-and-ride-System würde sich an dieser Stelle also anbieten. Eva Weber signalisierte in Sachen Kongress jetzt Weiterentwicklungsmöglichkeiten für die Zone. Eine mögliche Ausweitung werde in den AVV-Gremien noch diskutiert.
Sonst allerdings machten die Vizebürgermeisterin und der Stadtwerkechef keine Hoffnungen, dass der Gratis-Bereich noch größer werden könnte. Es sei ja alles schließlich auch eine Frage des Geldes. Insgesamt 860 000 Euro jährlich lasse sich die Stadt die City-Zone kosten, erklärte Casazza auf Nachfrage. Das Geld stammt aus dem Topf der ÖPNV-Zuschüsse durch den Freistaat. Würde der Bereich größer, stiegen die Kosten exponentiell, führte er aus. Er sei überzeugt: "Wir dürfen den öffentlichen Haushalt nicht überstrapazieren. Der Nulltarif ist nicht finanzierbar." Größerer Bereich wäre nicht finanzierbar

Von Janina Funk



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Veröffentlicht am 20.11.2019 12:26 Uhr



 
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