Altomünster    

Thalhausener vermissen Messen

Thalhausen - In Thalhausen finden seit Mitte März keine Heilige Messen mehr statt. Mit dem Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie wurde das kirchliche Leben nahezu lahmgelegt. Seit Mitte Mai können Gläubige wieder Messen besuchen. Nicht aber die Thalhausener im Landkreis Dachau. Zumindest nicht in ihrer St.-Georg-Kirche.


Das missfällt vielen Thalhausenern. Vor allem ältere Mitbürger seien nicht erfreut darüber, die Messe derzeit in Obermauerbach feiern zu müssen, erklärt Pfarrgemeinderatsvorsitzende Christine Rieger. Thalhausen, das 187-Seelen-Dorf, gehört mit Mauerbach und Gallenbach zur Klingener Pfarrei. Als das kirchliche Leben im Mai wieder langsam anlief, mussten viele Auflagen eingehalten werden und Messen waren nur in den größten Kirchen der Pfarreien erlaubt. Nach weiteren Lockerungen hätten theoretisch auch in der St.-Georg-Kirche im Altomünsterer Ortsteil wieder Messen stattfinden dürfen. Warum dem nicht so war und ist, dafür werden - je nach Gesprächspartner - unterschiedliche Gründe genannt.
Christine Rieger erzählt, die Hygieneregeln hätten aufgrund eines fehlenden Waschbeckens in der Kirche nicht eingehalten werden können. Heidi Hagl, ebenfalls Mitglied des Pfarrgemeinderats erklärt, frisches (mitgebrachtes) Wasser und Seife würden auch reichen und die Kirchenverwaltung versuche alles, den Hygieneplan umzusetzen. Um ein Signal zu setzen, dass "alle wieder Gottesdienste in Thalhausen haben wollen" (Hagl), sind sogar Unterschriften gesammelt worden. Gut 100 Katholiken hätten unterzeichnet. Davon wusste Pfarrer Michael Schönberger laut eigener Aussage nichts. Überhaupt sei er überrascht, dass das Thema nun von der Zeitung aufgegriffen werde. Mehrmals betont er im Gespräch, dass an der Kirche Baumaßnahmen im Gange seien und die Kirchenverwaltung bemüht sei und mit Hochdruck daran arbeite, baldmöglichst wieder eucharistische Feiern in Thalhausen abhalten zu können. Doch derzeit seien ihm noch die "Hände gebunden", die Umstände ließen es aktuell nicht zu. Weiter erklärt der Pfarrer, es gehe nicht nur ums Wasser. In St. Georg sei zudem der Platz beschränkt und damit könnten die erforderlichen Abstände nicht eingehalten werden. "Wir fiebern dem Datum entgegen, wann es endlich wieder losgehen kann", sagt Schönberger - "alles unter dem Damoklesschwert Corona." Ein ganzer Ordner voll mit Regeln und Maßnahmen habe sich bereits angesammelt, lässt Michael Schönberger wissen.
"Es sind aber keine Gottesdienste ausgefallen", betont der Seelsorger und verweist auf die Angebote in Mauerbach. Im Thalhausener Gotteshaus gäbe es zudem mindestens einmal wöchentlich einen Rosenkranz. An Allerheiligen werden die Gräber gesegnet. Und er selbst sei ständig vor Ort, für die Menschen da, besuche persönlich Ältere und führe bei ihnen auch die Krankenkommunion durch.
Am Mittwoch ist ein Gespräch zwischen Pastoralrat, Kirchenvorstand, Pfarrgemeinderat und Pfarrer Schönberger anberaumt. "Vielleicht gibt es dann von der Diözese auch schon neue Infos", hofft Schönberger. Die Botschaft sei klar und deutlich: "Wir wollen alle wieder Gottesdienste in Thalhausen." Pfarrer Schönberger: "Wir wollen alle"

Von Tanja Marsal



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Veröffentlicht am 16.10.2020 17:55 Uhr



 
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