Aindling    

Finger auf dem Marktplatz

Aindling - Die unendliche Geschichte um das Aindlinger Marktzentrum ist um ein Kapitel reicher. Wie Bürgermeister Tomas Zinnecker auf der Bürgerversammlung am Montag bekanntgab, hat die Gemeinde die Grundstücke Greiner, Gabelsberger und Zurek am Marktplatz zum Jahreswechsel gekauft. Die Zukunft des Ortskerns liegt damit in Aindlinger Hand.


Ein Investor, Peter Fendt aus Kutzenhausen, hatte die drei Häuser im Jahr 2011 erworben. Die Gebäude stehen seit vielen Jahren leer und befinden sich in einem schlechten Zustand. Zwei Häuser (Greiner und Gabelsberger) sollten abgerissen werden, das dritte (Zurek) steht unter Denkmalschutz und muss erhalten bleiben. Fendt wollte 4,5 Millionen Euro investieren und ein großes Wohn- und Geschäftshaus mit Arztpraxen, Tagesklinik und einem Café bauen. Nach langem Hin und Her samt abgewiesener Nachbarschaftsklagen gab es einen Bebauungsplan. Anfang 2018 informierte Zinnecker auf der Bürgerversammlung darüber, dass die Planungen auf Eis liegen. Der Investor hatte aufgrund gestiegener Baupreise keine weiteren Schritte unternommen.
Genau ein Jahr später scheint sich die Geschichte um den "Schandfleck" Aindlings, wie Bürgermeister Zinnecker das Areal neben dem Maibaum bereits genannt hat, zum Guten zu wenden. "Nun haben wir den Finger drauf und können verhindern, dass die Grundstücke in die falschen Hände kommen", erklärte der Rathauschef am Dienstagabend in der Gemeinderatssitzung. Wieviel Aindling die drei Häuser gekostet haben, will Zinnecker nicht verraten. Nur so viel: Es handelt sich um einen sechsstelligen Betrag im unteren Mittelbereich. Letztlich hoffen die Gemeinderäte "Null auf Null" aus dem Geschäft herauszugehen. Wie ursprünglich geplant, werden Greiner und Gabelsberger abgerissen, Zurek bleibt stehen. Im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung wurde beschlossen, die Firma Utz aus Mertingen mit den Abbrucharbeiten zu beauftragen. Ende Februar, spätestens Anfang März sollen die Bagger anrollen. Wie mehrfach betont, bestehe keine Eile, aber letztlich will die Gemeinde die Grundstücke wieder loswerden und jemand anderen bauen lassen.
Der aufgestellte Bebauungsplan bleibt bestehen und kann bei Bedarf entsprechend abgeändert beziehungsweise aufgehoben werden. Das soll aber nicht heißen, dass mitten im Ort gegenüber des Rathauses zwei Einfamilienhäuser entstehen werden. "Das definitiv nicht", bekräftigt Bürgermeister Zinnecker, den die Causa Marktplatz mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bis zum Ende seiner Amtszeit begleiten wird.

Von Tanja Marsal


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Veröffentlicht am 30.05.2019 00:00 Uhr




 

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