Aichach    

Inzidenzwerte ohne Aussagekraft

Aichach/Dachau - Mit einer Inzidenz von 530,3 wies der Landkreis Aichach-Friedberg gestern den zweiten Tag in Folge einen sinkenden Wert auf. Der Landkreis Dachau indes ging quasi durch die Decke und übernahm mit 1076,0 die Spitzenposition in ganz Bayern. Voreilige Schlüsse lassen sich daraus aber nicht ziehen.


Wie wenig bis gar keine Aussagekraft die Inzidenzwerte momentan haben können, zeigt sich im Wittelsbacher Land. Mit den bis gestern um 17 Uhr vom Aichacher Gesundheitsamt erfassten Fällen, dürfte die tatsächliche Inzidenz bei etwa 900 liegen. Wie die Behörde mitteilt, hat ein technisches Problem zu einem "Stau" an der EDV-Schnittstelle zwischen Laboren, Gesundheitsamt und LGL/RKI geführt, deshalb konnten in den letzten Tagen Fälle nicht in vollem Umfang empfangen und übertragen werden. Dieses Problem wurde gestern behoben.
Dazu kommt: Wegen des rasanten Anstiegs der positiven Tests konnten längst nicht alle Fälle in das Meldesystem eingegeben werden. Anders gesagt: Das Gesundheitsamt ist überlastet, kann die eingehenden Meldungen nicht mehr zeitnah abarbeiten. Das gilt auch für das rund 50-köpfige Contact-Tracing-Team. Unterm Strich wurde nun eine Priorisierung festgelegt, in welcher Reihenfolge der wachsende Stapel verkleinert wird. An erster Stelle rangieren naturgemäß Kranken- und Pflegeeinrichtungen. Bei Schulen und Kitas gelingt es angesichts der Fallzahlen nicht mehr, sämtliche betroffene Einrichtungen zu erfassen. Privatpersonen wurden aufgerufen, im Falle eines positiven PCR-Tests selbst aktiv zu werden und nicht auf den Anruf des Gesundheitsamts zu warten. Details zur Frage, was im Falle eines positiven Tests zu tun ist, und das notwendige Meldeformular gibt es auf der Homepage des Landratsamts (corona-aic-fdb.de).
Dass der Landkreis Dachau die 1000er Grenze gerissen hat, liegt wohl auch daran, dass dort die eingehenden Meldungen noch zügig abgearbeitet werden können. Weitere Auswirkungen hat der Spitzenplatz in Bayern nicht. Ursprünglich war ab einer Inzidenz von 1000 ein regionaler Teillockdown vorgeschrieben. Dann wären sämtliche öffentlichen Veranstaltungen untersagt sowie der Sportbetrieb und die Gastronomie komplett zum Erliegen gekommen. Diese Regelung wurde angesichts des Durchmarschs der Omikron-Variante, die zwar hochansteckend ist, aber überwiegend eher milde Verläufe zeigt, aber nicht mehr als angemessen betrachtet und ausgesetzt.
Wichtig ist letztlich die Auslastung der Krankenhäuser. "Die Zahl der Corona-Patienten im Helios-Amper-Klinikum Dachau ist weiterhin hoch, aber noch stabil", meldete das Landratsamt Dachau. Von einer kritischen Lage war dennoch die Rede. Die Auswirkungen der Omikron-Welle werden von den Experten erst mit zwei- bis dreiwöchigem Verzug im Krankenhaus erwartet. Die Aichacher Klinik musste gestern keinen Corona-Patienten intensivmedizinisch versorgen. roe/vga

Impfungen ohne Termin am Wochenende: Samstag, 22. Januar, 10 bis 17 Uhr, im Impfzentrum Dasing; Sonntag, 23. Januar, 10 bis 17 Uhr, in den Impfzentren Dasing und Kissing. Geimpft werden können Personen ab zwölf Jahren. Es wird um vorherige Registrierung online auf impfzentren.bayern gebeten.


Ausführliche Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land, aus Bayern und der Welt im E-Paper der Aichacher Zeitung. Hier bestellen.


Veröffentlicht am 20.01.2022 19:41 Uhr