Aichach    

Corona-Fall auf dem Spargelhof Lohner ist abgeschlossen

Aichach/Inchenhofen - Es waren durchwegs positive Nachrichten, die Dr. Friedrich Pürner gestern im Aichacher Landratsamt zu verkünden hatte. Laut dem Aichacher Gesundheitsamtsleiter konnten alle zuletzt 95 positiv getesteten Saisonarbeiter auf dem Spargelhof Lohner in Inchenhofen wieder heimreisen. Auch die Personen, die mit ihnen engeren Kontakt hatten, wurden aus der Quarantäne entlassen. Das Corona-Geschehen in dem kleinen Wallfahrtsort, das zuletzt für überregionale Aufmerksamkeit gesorgt hatte, sei damit "abgeschlossen", sagte Pürner.

Am vergangenen Freitag sei der letzte Transport mit Saisonarbeitern vom Hof gerollt. "Wir waren vor der Abfahrt noch einmal persönlich in Inchenhofen", erklärte der Gesundheitsamtschef gestern. Und weiter: Als Facharzt mit 13 Jahren medizinischer Ausbildung traue er sich sagen: "Es zeigte keiner der Betroffenen sogenannte Kardinalsymptome, mit denen der Körper auf den Angriff von Viren reagiert, also weder Husten, noch Rötung im Hals oder Fieber."
In Sozialen Medien wie Facebook und in Leserbriefen in der Zeitung war der Gesundheitsamtschef zuletzt scharf kritisiert worden. Unglaubhaft erschien einzelnen Bürgern die Behauptung Pürners, der eingesetzte Rachenabstrich (PCR-Test) habe positiv angeschlagen aufgrund abgestorbenen (und nicht mehr infektiösen) Virenmaterials im Rachenraum. Einige vermuteten dahinter gar, der Behördenleiter wolle etwas vertuschen oder die Lohner Agrar GmbH - aus welchen Gründen auch immer - schonen.
Sichtlich erleichtert konnte Pürner nun gestern feststellen: Weder in Inchenhofen noch im Wittelsbacher Land gab es einen signifikanten Anstieg an Infektionen. "Wir haben, glaube ich, eine gute Arbeit gemacht im Gesundheitsamt und unsere Aufgabe erfüllt, die Ausbreitung des Virus zu verhindern", lobte Pürner seine und die Arbeit seiner Mitarbeiter.
Das Gesundheitsamt habe in der jüngsten Vergangenheit viel Zeit auf dem Hof in Leahad verbracht, die Ergebnisse auch an Sonn- und Feiertagen ausgewertet und die Ermittlung des Geschehens, soweit möglich, aufgearbeitet.
Angesprochen auf die Kritik, die gegen ihn laut wurde, antwortete Dr. Pürner: Es gehe offenbar für manche nicht zusammen, dass sich ein "Agrarindustrieller" wie Lohner vorbildlich an alle Schutz- und Hygieneregeln halte, "zumindest das, was wir kontrollieren konnten"; und auf der anderen Seite eine Pflegeeinrichtung wie das Aichacher Awo-Heim, wo es mehrere Corona-Todesfälle gab, ganz offensichtlich Fehler gemacht habe.

Von Thomas Winter



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Veröffentlicht am 30.06.2020 17:42 Uhr