Aichach    

"Unbefriedigende Situation": Caritas kritisiert mangelnde Unterstützung bei Flüchtlingen

Aichach - Vier Frauen arbeiten beim Caritas-Kreisverband Aichach-Friedberg in der Asylsolzialberatung. Derzeit leben im Landkreis laut Melanie Höß, einer der vier Caritas-Mitarbeiterinnen, 1189 Asylbewerber, verteilt auf fast 90 Unterkünfte, die sich "auch im kleinsten Kaff" finden. Die Betreuung der Flüchtlinge, die hauptsächlich aus Syrien, Afghanistan und Eritrea kämen, bringt die vielfältigsten Aufgaben und Probleme mit sich - und lange Wege. Die Mitarbeiterinnen sind am Limit. Das sprach aus Höß' umfassenden Fachvortrag. Der Vorstandsvorsitzende des Kreisverbands Michael Schredl meinte nach dem Referat, ihn stimme vieles sehr nachdenklich, es mache ihn betroffen, und fand auch klare Worte: "Für uns ist das eine unbefriedigende Situation."


"Von oben kommt zu wenig", machte sich Michael Schredl Luft, und nahm damit die Regierung in die Verantwortung. Die Asylbewerber werden verteilt, aber für die Betreuung der Flüchtlinge vor Ort sei dann kein Geld mehr da. Enorm viel Eigenleistung nehme hier der Kreisverband auf sich, das sei einzigartig in Schwaben. "Der Caritas-Kreisverband macht hier viel." Sauer stieß ihm auch auf, dass Asylbewerber so lange auf ihren Bescheid warten müssten.

Von Ines Speck


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Veröffentlicht am 07.10.2015 12:00 Uhr