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Einer der Letzten seiner Art

Schrobenhausen - Wenn Ferdinand Dirschinger an diesem Tag auf seinen gegenwärtigen Hüteplatz im Westen des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen schaut, dann sieht er eine saftige grüne Wiese, einige Schatten spendende Bäume und vereinzelte Wasserstellen. Alles eingebettet zwischen Donau und dem gut fünf Meter hohen Begrenzungshügel. Der Berufsschäfer und seine Tiere fühlen sich dort sichtlich wohl. Viele besitzt er davon: knapp 300 Muttertiere, mehrere Dutzend Lämmer, 40 Geißen und sechs Böcke. Denn einem Bock ordnet man für gewöhnlich an die 50 Muttertiere zu, um einen guten Zuchterfolg zu haben, erzählt der 74-Jährige.


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Berufsschäfer Ferdinand Dirschinger hat etwa 300 Merino-Mutterschafe, dazu Lämmer, Geißen und Böcke. Foto: Thomas Floerecke


Bei jedem Wetter ist Wanderschäfer Dirschinger draußen bei seinen Schafen. Den ganzen Tag, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Abends fährt er mit seinem geländetauglichen Wagen zurück zu seinem Hof nach Moos bei Burgheim, gute 30 Kilometer von Schrobenhausen entfernt. Die Tiere bleiben auf der Weide. Ohne Aufsicht. Zuvor bringt er um sie noch den elektrischen Weidezaun an. Regelmäßig, alle zwei Wochen in etwa, wechselt er dann mit ihnen, fast alle relativ widerstandsfähige und robuste Merinoschafe, die Weide.
Mit dabei ist auch immer Hütehund Rex. Ohne seinen altdeutschen Schäferhund läuft gar nichts. Vor dem Vierbeiner hätten seine Schafe großen Respekt, sagt Dirschinger. Ansonsten würden sie über kurz oder lang in alle Richtungen ausschwärmen und der Schäfer hätte keine Kontrolle mehr. Nicht einmal fünf Schafe, versichert er, würde er im Freien ohne seinen Schäferhund hüten können.
Ferdinand Dirschinger hat seinen Hund selbst ausgebildet. Früher hat er jedes Jahr zusätzlich einen weiteren, jungen Schäferhund abgerichtet und ihn hinterher abgegeben, zumeist an Berufskollegen für mehrere tausend Euro jeweils. Aber das mache er heute nicht mehr, denn dafür brauche man äußerst gute Nerven, meint er mit einem Lächeln im Gesicht.
Ein lautes "Komm" an die Schafe gerichtet, schnell den Zaun abgebaut, schon geht es für Dirschinger mitsamt seiner Herde weiter zur nächsten Weidefläche in einen anderen Abschnitt der langgezogenen Fläche. Sie folgen ihm unmittelbar, der Hund muss kaum eingreifen, um die Herde zusammenzuhalten. Und sie erledigt auch prompt ihre Hauptaufgabe: Fressen. 

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Von Thomas Floerecke



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Veröffentlicht am 28.05.2021 16:29 Uhr