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Mehr Mut und Gelassenheit

Wulfertshausen - "Die Welt versinkt im Chaos". Für Manfred Losinger kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. Im Gegenteil. Der Friedberger CSU-Vorsitzende freute sich am Sonntagabend, dass zum Neujahrsempfang der Wulftertshauser Pfarrsaal "so voll wie noch nie" war. "Ich habe völlig den Überblick verloren, wer alles da ist", gestand Losinger. Das liege auch am Gast aus der Partnerstadt Völs am Schlern, vermutete der 64-Jährige. Der Südtiroler Landeshauptmann, vergleichbar mit dem Amt des Ministerpräsidenten, Arno Kompatscher, fühlte sich als Gast bei Freunden: "Es ist wunderbar hier zu sein".


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Weniger nationalistisches Gedankengut, mehr Kompromissbereitschaft forderten beim CSU- Neujahrsempfang (von links) Landrat Klaus Metzger, der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher, Friedbergs CSU-Vorsitzender Manfred Losinger und CSU-Kreisvorsitzender Peter Tomaschko. Foto: Alfred Haas


Gerade weil die Welt im Chaos versinke, hielt es Losinger für wichtig, mehr "Mut und Gelassenheit" zu demonstrieren. "Es gibt doch noch viele Menschen, die sich für die Zukunft einsetzen, um die Welt ein Stück besser zu machen", zeigte er Optimismus.
"Klima und Landwirtschaft schützen", das sieht der Landtagsabgeordnete und CSU-Kreischef, Peter Tomaschko, als eine der wichtigsten Aufgaben im neuen Jahrzehnt an. Und: "Bei aller Bescheidenheit, im Landkreis Aichach-Friedberg haben wir sehr viel für die Themen Bildung und Gesundheit getan". Die Bürger, die sich ehrenamtlich für die Kommunalpolitik engagieren, könnten selbst die Weichen stellen, "um ihre Lebensqualität wieder mehr zu entdecken".
Der Südtiroler Markus Söder, Arno Kompatscher, holte sich gleich zu Beginn die Sympathien der zahlreichen Besucher. "Ich habe eine ellenlange Rede, für rund zwei Stunden, vorbereitet", sagte er und ergänze sogleich "die ich aber nicht halten werde". Ein kurzer Lacher, und ein hörbares Aufatmen ging durch den bis zum letzten Platz gefüllten Pfarrsaal. Der Landeshauptmann kritisierte das vermehrt aufkommende nationalistische Gedankengut und verurteilte die "Amerika First"-Politik des US-Präsidenten Donald Trump scharf. "Es ist eigenartig, dass Länder und Menschen wieder mehr auf sich selbst schauen, obwohl es uns allen zusammen so gut geht, wie noch nie. Wir brauchen jene, die das wieder zurückschrauben", forderte Kompatscher und erntete dafür Applaus. Es sei die Kompromissbereitschaft, die für Frieden, soziale Sicherheit und Wohlstand sorge. Der Landeshauptmann sehnt sich nach einer Gesellschaft, die die Demokratie und Freiheit verteidigt, "und nicht nach unten tritt". Kompatscher sah viele Gemeinsamkeiten zwischen Bayern und Südtirol und meinte abschließend selbstironisch und humorvoll: "Wir sind manchmal pünktlich wie die Italiener und sind oft spontan wie die Norddeutschen".
Den "Ausputzer" zu machen oblag erneut Landrat Klaus Metzger. "Der Boden der Demokratie vibriert", zitierte er den bayerischen Söder. "Wir müssen die Menschen ernstnehmen mit ihren Bedürfnissen und Sorgen und sie wertschätzen", sagte Metzger. "Heuer haben wir einen Tag mehr Zeit, die Probleme zu lösen", spielte er auf das Schaltjahr an und machte den Weg frei fürs Büfett. Zu Bier und Brotzeit gaben "men in blech" dann den Ton an. Kritik an US-Präsident Donald Trump

Von Alfred Haas



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Veröffentlicht am 14.01.2020 23:00 Uhr



 
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