Aichach    

Kauft jetzt die Stadt doch Luftfilter für die Schulen?

Aichach - Die Entscheidung des Landkreises, Luftfilter für alle weiterführenden Schulen anzuschaffen (wir berichteten), hat umgehend auch bei Aichacher Stadträten Betriebsamkeit ausgelöst. Mit einem Dringlichkeitsantrag haben sich Stellvertretender Fraktionsvorsitzender Dieter Saliger sowie Schulreferent und Zweiter Bürgermeister Josef Dußmann gestern an Bürgermeister Klaus Habermann gewandt. Dem Stadtrat sollen in der kommenden Sitzung Kosten und Gerätetypen von förderfähigen mobilen Luftfiltergeräten vorgestellt werden.


"Primär die Plasmatechnik, für die sich der Bildungsausschuss im Landratsamt für alle Landkreisschulen entschieden hat", heißt es in dem Papier. Die Begründung: "Wir als CSU-Stadtratsfraktion Aichach sind der Meinung, dass wir die technischen Hilfsmittel, die uns derzeit zur Verfügung stehen, auch in den zur Stadt Aichach gehörenden Schulen und Kindertagesstätten zum Einsatz bringen müssen."
Der Stadtrat kommt bereits am heutigen Donnerstag zusammen. Sollte es bis dahin nicht klappen, so soll der Bauausschuss entsprechende Vollmacht bekommen, "um so wenig Zeit wie möglich zu verlieren", betonen Dußmann und Saliger in ihrem Antrag.
Das emotionale Thema schlug im Bauausschuss schon einmal Wellen (wir berichteten ausführlich). Da war man sich - inklusive der Stimmen der CSU und von Josef Dußmann - noch einig, vorerst nichts zu unternehmen. Zumindest bis geklärt sei, ob die mobilen Geräte überhaupt effizient sind, welche Modelle geeignet sind, dann auch gefördert werden und ob sie überhaupt in ausreichender Menge auf dem Markt erhältlich wären. Und: Bis dato gebe es keinerlei Zusage, dass mit den Luftfiltern Präsenzunterricht garantiert werden könne, hieß es. "Kein Luftreinigungsgerät wird Masken und Lüften ersetzen", betonte unter anderem Bürgermeister Klaus Habermann. Seitdem ist der Druck auf die Politik freilich enorm gewachsen. Die Eltern erwarten von ihren Vertretern rasches Handeln.
Stationäre Geräte, wie sie der Bund fördern würde, lassen sich auf die Schnelle nicht realisieren. Von den enormen Kosten mal ganz abgesehen. Doch auch die mobilen Geräte sind mit Blick auf ihren Anschaffungspreis und die Folgekosten, den tatsächlichen Nutzen, die Nachhaltigkeit und Geräuschentwicklung nicht unumstritten. roe


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Veröffentlicht am 21.07.2021 14:37 Uhr