Veröffentlicht am 16.08.2023 13:25

Staudenbahn: Landkreis und Stadtwerke Ulm schließen Kooperationsvereinbarung

Ein Meilenstein für die Staudenbahn in Fischach: Der Landkreis Augsburg und die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm haben ihre Kooperationsvereinbarung finalisiert. Darüber freuen sich (von links) Landrat Martin Sailer, der Vorsitzende des Staudenbahn-Schienenweg-Trägervereins Josef Böck, der Geschäftsführer der SWU Verkehr GmbH Ralf Gummersbach und Werner Ziegelmeier, Geschäftsführer SWU mobil GmbH. (Foto: Julia Pietsch)
Ein Meilenstein für die Staudenbahn in Fischach: Der Landkreis Augsburg und die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm haben ihre Kooperationsvereinbarung finalisiert. Darüber freuen sich (von links) Landrat Martin Sailer, der Vorsitzende des Staudenbahn-Schienenweg-Trägervereins Josef Böck, der Geschäftsführer der SWU Verkehr GmbH Ralf Gummersbach und Werner Ziegelmeier, Geschäftsführer SWU mobil GmbH. (Foto: Julia Pietsch)
Ein Meilenstein für die Staudenbahn in Fischach: Der Landkreis Augsburg und die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm haben ihre Kooperationsvereinbarung finalisiert. Darüber freuen sich (von links) Landrat Martin Sailer, der Vorsitzende des Staudenbahn-Schienenweg-Trägervereins Josef Böck, der Geschäftsführer der SWU Verkehr GmbH Ralf Gummersbach und Werner Ziegelmeier, Geschäftsführer SWU mobil GmbH. (Foto: Julia Pietsch)
Ein Meilenstein für die Staudenbahn in Fischach: Der Landkreis Augsburg und die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm haben ihre Kooperationsvereinbarung finalisiert. Darüber freuen sich (von links) Landrat Martin Sailer, der Vorsitzende des Staudenbahn-Schienenweg-Trägervereins Josef Böck, der Geschäftsführer der SWU Verkehr GmbH Ralf Gummersbach und Werner Ziegelmeier, Geschäftsführer SWU mobil GmbH. (Foto: Julia Pietsch)
Ein Meilenstein für die Staudenbahn in Fischach: Der Landkreis Augsburg und die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm haben ihre Kooperationsvereinbarung finalisiert. Darüber freuen sich (von links) Landrat Martin Sailer, der Vorsitzende des Staudenbahn-Schienenweg-Trägervereins Josef Böck, der Geschäftsführer der SWU Verkehr GmbH Ralf Gummersbach und Werner Ziegelmeier, Geschäftsführer SWU mobil GmbH. (Foto: Julia Pietsch)

Für eine regionale Mobilitätswende kommt der Staudenbahn eine entscheidende Rolle zu: Sie bindet die „Stauden” genannte Region im südlichen Teil des Naturparks Westliche Wälder an die Bahnstrecke Augsburg-Ulm an. Doch momentan findet kein regelmäßiger Verkehr mehr auf der Strecke statt. Das soll sich ändern. Als Partner für eine Reaktivierung wurden die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) gewonnen. Mit ihnen hat der Landkreis Augsburg am Montag im Rathaus in Fischach die gemeinsame Kooperationsvereinbarung abgeschlossen.

Mit diesem Schritt ist die Hoffnung groß, dass es jetzt tatsächlich klappt mit der Wiederinbetriebnahme der Staudenbahn. Pläne dazu gibt es schon seit einigen Jahren. Tatsächlich hat die Bayerische Eisenbahngesellschaft auch schon den Verkehr auf der Strecke bestellt und die BRB, die die Ausschreibung dafür gewonnen hatte, fährt auch seit Dezember – aber eben nur bis Gessertshausen, wo die Staudenbahn von der Hauptstrecke Augsburg-Ulm abzweigt. Grund dafür ist: Erst solle die Infrastruktur modernisiert werden, bevor der Regelbetrieb aufgenommen wird – Ausflugsverkehr finde nämlich durchaus auf der Strecke statt, wie der Verein Staudenbahnfreunde mitteilt.

Doch die Generalüberholung der Infrastruktur rückt mit der nun abgeschlossenen Vereinbarung näher. Die SWU können nun die Entwurfsplanung zur Wiederinbetriebnahme des Abschnitts von Gessertshausen bis Langenneufnach in Angriff nehmen und ab September den Streckenbetrieb bis Markt Wald übernehmen.

„Nach unserem offiziellen Antrag zur Aufnahme in das Förderprogramm des Bundes im vergangenen Jahr ist die nun unter anderem unterzeichnete Kooperationsvereinbarung mit den SWU der nächste große Sprung, den unser Landkreis in Richtung einer Reaktivierung der Staudenbahn unternimmt”, kommentierte Landrat Martin Sailer den Abschluss. In den SWU sehe er einen „idealen Kooperationspartner”, der über Erfahrung aus anderen Streckenreaktivierungen verfüge.

„An der Wiederinbetriebnahme von Regionalbahnen wie der Staudenbahn führt kein Weg vorbei”

Für Sailer hat das Thema „Staudenbahn” mit der Einführung des Deutschlandtickets Anfang Mai weiter an Bedeutung gewonnen. „Wenn es das aufrichtige Ziel unserer Bundesregierung ist, allen Bürgerinnen und Bürgern einen attraktiven Nahverkehr zu erschwinglichen Preisen zu ermöglichen und gleichzeitig eine ökologische Wende zu erreichen, dann führt an der Wiederinbetriebnahme von Regionalbahnen wie der Staudenbahn kein Weg vorbei”, erklärte Sailer in Fischach und erinnerte daran, dass auch die regionale Industrie von der Staudenbahn profitieren könnte: „Für Firmen wie die Topstar GmbH in Langenneufnach oder die Molkerei Müller hier in Fischach, die teils unmittelbar an der Strecke liegen, würde die Wiederinbetriebnahme eine immense Rolle spielen”, so Sailer.

Neben der Kooperationsvereinbarung mit dem Landkreis haben die SWU mit dem bisherigen Streckenbetreiber, der Bahnbetriebsgesellschaft Stauden und dem Streckeneigentümer, dem Staudenbahn-Schienenweg-Trägerverein (SST), eine Übernahmevereinbarung der vorhandenen Infrastruktur sowie eine daran anknüpfende Pachtvereinbarung mit dem SST geschlossen.

„Wir sind froh, mit den nun unterschriebenen Verträgen die Grundlage für die nächsten Schritte der Reaktivierung der Staudenbahn geschaffen zu haben”, stellte Ralf Gummersbach, Geschäftsführer der Verkehrsparte der SWU fest. So hätten die SWU bereits die Entwurfsplanung begonnen und „schreiben derzeit weitere Begleitplanungen aus, sodass die Ertüchtigung der gut 13 Kilometer langen Strecke und dessen Elektrifizierung möglichst zügig starten kann”, so Gummersbach. Sofern die Baurechts- und Fördermittelantragsverfahren zeitnah abgeschlossen würden, könne die Staudenbahn im nördlichen Abschnitt im Jahr 2027 wieder fahren. „Bis zur geplanten Eröffnung werden neue Gleise verlegt, die Bahnsteige und Übergänge saniert sowie neue Zugsicherungstechnik installiert”, führte der SWU-Geschäftsführer aus.


Markus Höck
Markus Höck

Redakteur Augsburg-Redaktion

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