Todtenweis    

Die Finanzlage in Todtenweis bleibt angespannt

Todtenweis - "Manchmal ist es halt komplizierter", meinte Todtenweis' Bürgermeister Konrad Carl (CSU/FW) kurz vor Beginn der Haushaltsberatungen am Mittwochabend. Wahrscheinlich wusste er schon, dass das ganze Geschick der Kämmerin Georgia von Kobyletzki gefragt sein würde, um das Zahlenwerk ins Lot zu bringen. Immerhin musste die "Finanzministerin" kurzfristig die Erschließungskosten für das Baugebiet "Am Kabisbach" in den Haushalt mit aufnehmen, das aus Kostengründen eigentlich nicht mehr weiterverfolgt werden sollte. Mit hohen Summen wurde jongliert, aber innerhalb weniger Minuten hatte die geübte Rechnerin das Problem gelöst. Nach harter Arbeit segneten die Gemeinderäte den Etat 2021 einstimmig ab. Kredite werden nicht benötigt.


Der Verwaltungshaushalt hat ein Volumen von 3,533 Millionen Euro. Der Vermögenshaushalt schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 1,982 Millionen Euro ab. Die Zuführung an den Vermögenshaushalt beträgt 45 430 Euro. "Dieser Betrag unterschreitet die Mindestzuführung in Höhe der Tilgungsleistung um 201 620 Euro und kann nur über die im Vermögenshaushalt veranschlagte Rücklagenentnahme ausgeglichen werden", erklärte die Kämmerin, die mit den Gemeinderäten Posten für Posten des Haushalts durchging.
Bei den Ausgaben schlägt der Verwaltungs- und Betriebsaufwand mit 854 570 Euro am kräftigsten zu Buche. Im Vorjahr waren es noch gut 385 000 Euro. Georgia von Kobyletzki erklärte den gewaltigen Anstieg durch Maßnahmen, die 2020 wegen der Pandemie liegen blieben und jetzt durchgeführt werden. Die Verbandsumlagen sind mit 751 200 Euro insgesamt veranschlagt. Davon bekommt der Abwasserzweckverband Kabisbach 367 600 Euro, die VG Aindling 237 400 Euro, der Wasserverband Lechraingruppe 79 000 Euro und der Schulverband Aindling 67 200 Euro.
Aber die Kämmerin berichtete nicht nur über Kostensteigerungen, es gab auch erfreuliche Nachrichten. Die Kreisumlage beispielsweise reduziert sich um 29 000 Euro und beträgt jetzt 702 000 Euro. Der Landkreis hat den Umlagesatz um ein Prozent auf 48,5 Prozent gesenkt. Ein anderer Grund ist, dass auch die Umlagekraft der Gemeinde Todtenweis mit ihren gut 1400 Einwohnern um knapp über 30 000 Euro auf 1,446 Millionen Euro gefallen ist.
Den größten Brocken bei den Einnahmen macht der Anteil an der Einkommensteuer aus. Der beläuft sich auf 1,037 Millionen Euro. Gefolgt von der Grund- und Gewerbesteuer, die zusammen 970 000 Euro betragen. Die Gewerbesteuer allein hat die Finanzspezialistin mit 800 000 Euro berechnet.
Im Finanzplan werden für die Fertigstellung des Gewerbegebiets Lechfeldwiesen 115 000 Euro bereitgestellt. Für die Kirchturmsanierung stellt die Gemeinde 45 000 Euro zur Verfügung. Für die Umsetzung des Medienkonzepts an der Grundschule stehen 17 500 Euro bereit. Den Löwenanteil allerdings verschlingt die Feuerwehr: Für ein neues Löschfahrzeug gibt die Gemeinde in den nächsten zwei Jahren 450 000 Euro aus.
Im Rahmen der Finanzplanung geht Georgia von Kobyletzki davon aus, dass sich die Einnahmesituation der Gemeinde ab 2022 wieder verbessern wird. Die Kämmerin stützte ihre Annahme auf die Einführung kostendeckender Gebühren im Bereich der kostenrechnenden Einrichtungen und einer Neuregelung der "sehr hohen" Abwasserentsorgungskosten.
Der Schuldenstand beträgt zum Jahresende voraussichtlich 1,680 Millionen Euro. Das ist eine Pro-Kopf-Verschuldung in Höhe von 1158 Euro.
"Zur Verbesserung und Sicherung der dauernden Leistungsfähigkeit der Gemeinde Todtenweis und für den Aufbau von Rücklagen ist auch weiterhin eine strikte Ausgabendisziplin unter gleichzeitiger Ausnutzung aller Einnahmemöglichkeiten dringend erforderlich", mahnte die Leiterin der Finanzverwaltung.

Von Alfred Haas


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Veröffentlicht am 20.05.2021 16:23 Uhr