Todtenweis    

Todtenweis bleibt der Geschichte treu

Todtenweis - Ausgaben über rund 30 000 Euro winkte der Todtenweiser Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung am Mittwochabend durch. Die Tagesordnung des ersten Treffens der Kommunalpolitiker nach der Sommerpause umfasste 13 Punkte. Hier und da wurde kurz diskutiert, letztlich brachten die Gemeinderäte aber wichtige Entscheidungen durch.



Geschichtspfad zur Schlacht auf dem Lechfeld: Nachdem der Geschichtspfad zur Schlacht auf dem Lechfeld zuletzt aus diversen Gründen eingeschlafen war und sogar einige Gemeinden abgesprungen waren - unter anderem Pöttmes -, kommt nun wieder Leben in das Projekt, das die Regio Augsburg Tourismus GmbH bereits vor Jahren ins Leben gerufen hatte (wir berichteten mehrfach).
Die Schlacht auf dem Lechfeld im Jahr 955 gilt als eine der größten militärischen Auseinandersetzungen überhaupt und wird als Geburt der deutschen Nation bezeichnet. Die Gemeinde Todtenweis spielt eine entscheidende Rolle bei diesem epochalen Ereignis, da im Ortsteil Bach im Jahr 2011 die Reste eines ungarischen Pferdegeschirrs gefunden wurden, die als erster direkter archäologischer Beleg der Schlacht gelten.
In der jüngsten Sitzung stellte Gemeindearchivar Fraz Riß das aktuelle, überarbeitete Konzept vor und bat die Gemeinderäte darum, das Projekt weiter zu unterstützen und nicht die Segel zu streichen. "Es ist lange Zeit nichts vorangegangen. Das war verwirrend", gab Riß durchaus zu. Gleichzeitig versuchte er die Bedeutung dieses historischen Ereignisses und die Rolle von Todtenweis zu verdeutlichen. "Bitte geben Sie Ihre Zustimmung", schloss der Archivar seinen Vortrag.
Peter Haberl sprach die finanzielle Seite an. Ihm war der Anteil, der letztlich nach Abzug aller Förderungen auf Todtenweis entfallen wird - knapp 18 000 Euro -, zu hoch. "Wir sind keine Touristenhochburg. Wo ist unser Nutzen?", fragte er sich. Bürgermeister Konrad Carl entgegnete, der direkte Nutzen sei nicht ausschlaggebend: "Dieser Fund ist so bedeutend, es geht auch um das Selbstbewusstsein unserer Gemeinde." Auch Franz Färber war die Summe zu hoch, "gerade zum jetzigen Zeitpunkt, wenn es gerade nicht so rosig aussieht." Thomas Eberle war der Meinung, die Chance, sich der Öffentlichkeit zu zeigen, müsse genutzt werden.
Mit 10:3 - Franz Färber, Peter Haberl und Richard Eberle stimmten dagegen - beschloss das Gremium, die weitere Beteiligung von Todtenweis an dem Projekt. Geplant sind drei Themenpunkte: 1. Wallanlage Pfarrschanze, wo eine hölzerne Aussichtsplattform erstellt werden soll; 2. Fundort Pferdegschirr mit Reiterfigur; 3. Bildsäule "Ulrichsmarterl", wo Bischof Ulrich laut einer Legende das Heer gesegnet haben soll.

Machbarkeitsstudie Dorfladen: Bereits im Juni 2017 befasste sich der Gemeinderat Todtenweis mit den Voraussetzungen und der Möglichkeit für die Gründung eines Dorfladens. Eine Machbarkeitsstudie in Form einer Strukturuntersuchung zur Nahversorgung sollte Aufschluss bringen. Die Firma Newway GmbH bietet die Leistung für insgesamt 11 000 Euro an, das Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben stellte eine Förderung in Höhe von 6600 Euro in Aussicht. Damit müsste Todtenweis rund 4400 Euro selbst tragen. "Für mich macht das keinen Sinn", meinte Michael Hofberger. Die Summe von 4000 Euro für die Auskunft, ob ein Dorfladen Sinn macht, empfanden Petra Wackerl und Franz Färber zu hoch. Thomas Eberle erinnerte an die Ursprungsidee und sagte: "Es war klar, dass das kostet. Wenn wir jetzt den Auftrag nicht vergeben, haben wir umsonst daran gearbeitet." Bürgermeister Karl sprach sich ebenfalls dafür aus, Fachleute prüfen zu lassen, ob ein Dorfladen in Todtenweis laufen würde. Die Abstimmung fiel 8:5 aus, die Strukturuntersuchung wird also gemacht.

Lutzsiedlung: Drei Angebote wurden für die im Mai beschlossene Überplanung der Lutzsiedlung, die zwischen Aindling und Todtenweis liegt, eingeholt. Mit 6000 Euro war das Büro Opla aus Augsburg am günstigsten, dem nun einstimmig der Zuschlag gegeben wurde. Wie bereits berichtet, handelt es sich bei der Lutzsiedlung um eine Splittersiedlung, also um einen Teil des Außenbereichs, wo nicht gebaut werden dürfte. Mit der Planung, die nun in Auftrag gegeben wird, soll Baurecht entstehen.

Sonnenschutz: Wegen starker Sonneneinstrahlung im Todtenweiser Kinderhaus wurden in den oberen Räumen elektrische Jalousien angebracht, die knapp 2000 Euro kosten. Der Gemeinderat nahm das Nachtragangebot zur Kenntnis und stimmte diesem nachträglich einstimmig (13:0) zu. Sonnenschutz für Kinderhaus

Von Tanja Marsal


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Veröffentlicht am 18.09.2019 09:13 Uhr




 

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