Todtenweis    

Ebbe im Gemeindesäckel

Todtenweis - Die Schulden steigen, die Rücklagen schmelzen, die größte Einnahmequelle, die Gewerbesteuer, plätschert nur anstatt zu sprudeln. Kämmerin Georgia von Kobyletzki hatte wenig gute Nachrichten für die Todtenweiser Gemeinderäte dabei, als sie ihnen am Mittwoch den Haushaltsplan präsentierte. Trotzdem lobte Bürgermeister Konrad Carl sie für das Zahlenwerk, die Räte klopften applaudierend auf die Tischplatte, der Haushalt wurde einstimmig beschlossen.

Bevor das allerdings geschehen konnte, mussten die Zahlen noch flugs geändert werden, denn Bürgermeister Carl packte eine Überraschung aus: Die Gemeinde habe die Möglichkeit, ein Grundstück zu erwerben, auf dem Wohnbebauung entstehen könne. Nur: Dafür braucht es Geld. 200.000 Euro. Damit steigen die Schulden noch mehr, die Rücklagen schmelzen quasi bis auf die gesetzliche Mindestrücklage.
Georgia von Kobyletzki sprach von "äußerst gespannten finanziellen Verhältnissen" und mahnt "strikte Ausgabendisziplin" an.
Die Gemeinde Todtenweis konnte schon 2018 nicht die gesetzlich geforderte Mindestzuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt tätigen; so sieht es auch heuer und nach den Worten der Kämmerin vermutlich auch 2020 aus. Die Zuführung läuft 2019 vielmehr andersrum, nämlich vom Vermögenshaushalt an den Verwaltungshaushalt.
Georgia von Kobyletzki begründet den nicht durch Einnahmen gedeckten Ausgabebedarf von 525.980 Euro mit der "sehr hohen Kreisumlage" (921.000 Euro, die aus dem noch guten Jahr 2017 herrührt) und den stark gesunkenen Gewerbesteuereinnahmen von rund 500.000 Euro.
Von Ines Speck


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Veröffentlicht am 25.07.2019 23:00 Uhr




 

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