Todtenweis    

Wohin mit den Kindern?

Todtenweis - Sollen wir oder sollen wir nicht? Der Beobachter der Diskussion am Mittwochabend im Gemeinderat Todtenweis über die "Bedarfsplanung Kinderbetreuung" fühlte sich ein wenig an das Gänseblümchen-Orakel erinnert. Angesichts der Prognose, dass die Plätze im Kindergarten "knapp nicht reichen" - so Bürgermeister Konrad Carl -, fiel aber nach längerem Hin und Her doch der Entschluss, erst einmal die "echten Zahlen" nach Abschluss des Anmelde-Prozederes abzuwarten. Damit wurde die Entscheidung, ob man am Kindergarten anbaut oder Container aufstellt, vertagt.

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Die Zahlen, die als Grundlage für die Entscheidung dienten, ob der Todtenweiser Kindergarten wachsen soll, machten es den Räten nicht leicht. Bürgermeister Konrad Carl meinte: "Aufgrund der Schätzungen reicht der Platz knapp nicht." Rein vom Alter her steht laut den Geburtenzahlen ein starker Jahrgang in den Startlöchern zum Kindergarten. 2016 kamen 21 kleine Todtenweiser zur Welt, doch in den folgenden Jahren waren wieder weniger Geburten zu verzeichnen (2017: 13 Geburten, 2018: 11).
Aufgrund des von der Verwaltung für die nächsten drei Jahre berechneten "eher minimalen Bedarfs" taten sich die Gemeinderäte schwer, sich eindeutig für eine Erweiterung des Kinderhauses St. Ulrich und Afra in Todtenweis, für eine Containerlösung oder nichts von beidem auszusprechen.
Mit in die Überlegungen floss auch ein, dass in Aindling ein neuer Kindergarten entsteht. Dort stehen ab dem Betreuungsjahr 2020/21 zwei Kindergartengruppen, eine Krippen- und eine Mischgruppe zur Verfügung. Gastkinder aus den Gemeinden Petersdorf und Todtenweis sollen bei freien Kapazitäten bevorzugt aufgenommen werden, hieß es.
Nach längerer Diskussion, an der sich fast jeder Gemeinderat mit einer Wortmeldung beteiligte, einigte sich das Gremium so: Einen Handlungsbedarf zur Schaffung von Betreuungsplätzen habe man erkannt.
Gegen die Stimme von Michael Hofberger wurde beschlossen, die Entscheidung aber vorläufig zu vertagen und die konkreten Anmelde- und Einschulungszahlen abzuwarten. In den Haushalt des laufenden Jahres sollen entsprechende Mittel für einen Planer eingestellt werden - die Ausschreibung soll in Angriff genommen werden -, der eine Machbarkeitsstudie anfertigen soll, die die Möglichkeiten einer Erweiterung am bestehenden Kinderhaus aufzeigt.

Von Ines Speck


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Veröffentlicht am 14.03.2019 23:00 Uhr




 

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