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Hello Mammutprogramm: Handballer des TSV Aichach kennen den Rahmenplan der Saison 2020/21

Aichach - Mit einer Schnulze von Howard Carpendale feierten die Handballerinnen unlängst Corona-regelkonform den Aufstieg. "Landesliga - Hello Again" prangt in weißen Lettern auf dunkelblauen T-Shirts, die Mannschaft und Betreuer in heimischen Zimmern und Gärten für eine Foto-Collage auf der Facebook-Seite der Handballsparte des TSV Aichach präsentieren. Treffend gewählt ist das Lied des stets akkurat föhnfrisierten Schlagerbarden, schmachtet er darin doch die Zeilen: "Ein Jahr lang war ich ohne dich, ich brauchte diese Zeit für mich."


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"Hello Again": Die Handballerinnen des TSV Aichach freuen sich über die Rückkehr in die Landesliga. Foto: TSV Aichach


Der Mannschaft von Trainer Martin Fischer gelang schließlich nach einer Spielzeit in der Bezirksoberliga die direkte Rückkehr in die Landesliga. Weil es Corona-bedingt keine Absteiger gibt, wartet auf den TSV jedoch ein regelrechtes Mammutprogramm: 15 bis 16 Teams werden der Südstaffel angehören, die am ersten Oktoberwochenende - so es die staatlichen Vorgaben zulassen - beginnen soll. Gespielt wird im Maximalfall bis 15. Mai, dem Wochenende vor Pfingsten.
"Eine 16er-Liga ist schon krass", findet Abteilungsleiterin Stephanie Szierbeck. Zumal sie mit einem verschärften Abstieg rechnet, damit die Staffel zur Saison 2021/22 wieder auf Normalgröße gestaucht wird. "Aber wir werden es nehmen, wie es kommt", sagt Szierbeck. Ab kommender Woche will die Abteilungsspitze in die Planung der Spielzeit einsteigen. Dabei wird sie sich am kürzlich vom Bayerischen Handballverband veröffentlichten Rahmenterminkalender orientieren. Gewissheiten gibt es in Zeiten, in denen sich Pandemievorgaben wöchentlich ändern, ohnehin kaum.
Das Landesligateam trainiert bereits seit rund drei Wochen wieder. Einmal pro Woche, draußen und in Kleingruppen. "Dass Outdoor trainiert wird, bleibt vorerst auch so", kündigt Szierbeck an. Einerseits sei das eine vereinsinterne Vorgabe, andererseits finden in der Vierfachturnhalle des Gymnasiums gerade Abschlussprüfungen statt, ehe ab 24. Juli ein neuer Bodenbelag verlegt wird. Somit trainieren auch die BOL-Handballer derzeit im Landkreisstadion, aber auch im Fitnessstudio. Vorerst coachen zwei Spieler das Team: Das Athletiktraining im Stadion leitet Thomas Bauer, die Einheiten im Studio organisiert Oliver Huber. Denn ein Nachfolger für Manfred Szierbeck, der zum Ende der abgelaufenen Saison sein Traineramt niederlegte, ist noch nicht gefunden. Und wird es auch so bald nicht sein: "Zu Saisonbeginn wird es keine Lösung von außerhalb (des Vereins, d. Red. ) geben", sagt Stephanie Szierbeck.
Eine externe Lösung sei derzeit mit zu vielen Fragezeichen versehen, begründet die Spartenleiterin. "Das Problem ist, dass es bei den Kandidaten daran scheitert, dass sie die Mannschaft nicht kennen." Erschwert werde das durch die zahlreichen Corona-bedingten Unklarheiten: Etwa wann wieder Hallentraining mit Körperkontakt möglich ist. Oder ob der anvisierte Saisonauftakt überhaupt gehalten werden kann. Daher strebt der TSV zunächst eine interne Lösung an. "Es sind einige gute Kandidaten aus der Abteilung im Gespräch", verrät Szierbeck. Mehr möchte sie nicht preisgeben. Ein neuer Coach könnte dann frühestens zur Rückrunde der Spielzeit 2020/21 übernehmen, kündigt sie an. "Es wird also eine Art Übergangssaison, ohne die langfristige Trainerlösung, die wir uns ursprünglich gewünscht haben." Beginnen wird die Runde der Männer voraussichtlich Mitte Oktober, da die Bezirksoberliga durch den freiwilligen Abstieg von Ichenhausen eine Staffel mit zwölf Mannschaften bleiben wird.
Der Auftakt gebührt also dem "Hello Again" des Frauenteams, das sich vermutlich auch am Saisonziel an der Carpendale-Ballade bedient. "Kann sein, dass ich ein and'rer bin, als der, der damals von dir ging", ließe sich nach der gesteigerten Erfahrung der jungen Truppe wohl problemlos übernehmen. Ebenso wie der Auszug: "Ich würde gern für immer bleiben." BOL-Handballer starten mit einer internen Trainerlösung in die Saison

Von David Libossek


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Stephanie Szierbeck Foto: Archivfoto: Kerpf



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Veröffentlicht am 26.06.2020 10:25 Uhr