Handball    

Aufstieg der Handballerinnen jetzt offiziell

Aichach - Seit Donnerstagabend ist die Entscheidung final: Auch der Bayerische Handball-Verband (BHV) hat, wie erwartet, dem Beschluss des Bundesrates des Deutschen Handball-Bundes (DHB) zugestimmt. Die seit Mitte März unterbrochene Saison 2019/20 wurde vorzeitig beendet und wird anhand der Quotientenregelung zum Stichtag 13. März gewertet. Die bis dahin erreichten Punkte werden durch die Anzahl der absolvierten Spiele dividiert. Dieser Wert wird mit 100 multipliziert und auf eine Stelle nach dem Komma gerundet.


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Mit dem Sieg im Spitzenspiel Ende Februar beim Verfolger TSV Haunstetten 3 haben die Handballerinnen des TSV Aichach das Tor zur Landesliga schon weit aufgestoßen. Nach dem Saisonabbruch und der Wertung durch die Quotientenregelung ist der Aufstieg für die TSV-Frauen nun auch offiziell. Foto: Siegfried Kerpf


Egal, welche mathematische Variante angewendet worden wäre, für die Handballerinnen des TSV Aichach hätte sich ohnehin nichts geändert: Sie sind nun auch offiziell Meister der Bezirksoberliga und Aufsteiger in die Landesliga Süd. "Wir haben in allen Belangen die Nase vorne gehabt", freut sich Aichachs Trainer Martin Fischer über das Landesliga-Comeback nach zweijähriger Absenz. Nach der Quotientenregelung beendet Aichach die Saison mit einem Wert von 187,5, Verfolger TSV Haunstetten 3 kommt auf 175. Obendrein haben die TSV-Frauen sowohl gegen Haunstetten 3 als auch den Drittelplatzierten TV Gundelfingen jeweils beide Duelle für sich entschieden. Die einzigen beiden Minuspunkte fügte ihnen die TSG Augsburg (4.) bei der einziger Saisonniederlage im November 2019 zu (21:28).
Nachdem der DHB schon vor Ostern seinen Landesverbänden einen Saisonabbruch empfohlen hatte mit dem wesentlichen Zusatz, dass es bei einer Wertung nur Aufsteiger, jedoch keine Absteiger (außer zu diesem Zeitpunkt bereits zurückgezogene Mannschaften und freiwillige Absteiger) geben wird, zeichnete sich ab, dass es für die TSV-Frauen in die Landesliga gehen wird. Tini Wonnenberg, die mit Stephi Szierbeck die Handballabteilung führt und zugleich auch Spielerin der ersten Frauenmannschaft ist, hatte nach den Mitteilungen des Verbandes schon in der vergangenen Woche fest mit dem Aufstieg gerechnet. "Alles andere wäre jetzt dann doch sehr überraschend", sagte sie gegenüber der Aichacher Zeitung .
Klar, dass die Aichacherinnen liebend gerne mit einem Sieg bei Günzburg 2 am 14. März, dem Tag nach dem Punktspielstopp, aufgestiegen wären. "Die Emotionen, die dann mit der Schlusssirene ausgebrochen wären, kann man im Nachgang nicht mehr simulieren", bedauert Fischer, aber die Aufstiegsfeier werde, so bald das Kontaktverbot vollends aufgehoben ist, auf jeden Fall nachgeholt. Unter den Spielerinnen verbreitete sich am Donnerstag die offizielle Nachricht vom Aufstieg wie ein Lauffeuer. "Die Freude war riesig", berichtet Fischer.
Das Fehlen der spontanen Feierlichkeiten, die es nach dem Aufstieg auf dem Parkett gegeben hätte, kann Fischer verschmerzen. Auch, dass es aufgrund der Ausnahmesituation in diesem Jahr keine gewohnte Meisterehrung seitens des Verbands geben wird. Urkunde und Medaillen kommen mit der Post. Vielmehr überwiegt beim 56-Jährigen die Freude, dass die Mühen, das Engagement und die Leistung seines Teams nun eben mit dem Aufstieg honoriert worden seien, sagt Fischer. "Es wäre sehr schade gewesen, wenn es jetzt wieder nicht geklappt hätte", betont der TSV-Trainer, nachdem die Aichacherinnen im März 2019 die sofortige Rückkehr nur aufgrund des verlorenen Direktvergleichs gegenüber dem TSV Schwabmünchen verpasst hatten.
Wie es nun weitergeht, wann die Handballerinnen wieder in den Trainingsbetrieb einsteigen können und ob überhaupt die neue Saison in der Landesliga am zweiten September-Wochenende gestartet werden kann, ist noch völlig offen. Doch klar ist bereits, dass den Handballerinnen in der neuen Spielzeit wohl nicht nur ein Punktspiel-Marathon mit voraussichtlich 30 Partien, sondern auch ein verschärfter Abstieg aufgrund der nun größeren Ligen bevorsteht. Sollte der BHV an zwei Landesliga-Staffeln festhalten, würden in beiden Gruppen wohl jeweils 16 Vereine spielen. Eine andere Möglichkeit wäre, dass der Verband für eine Übergangssaison in der Landesliga, wie schon bis 2008, wieder mit drei Staffeln spielt. "Mal schauen, zu welcher Lösung der BHV kommt", sagt Fischer.
In der BOL der Männer beendet der TSV Aichach die Runde als Fünfter, Meister und Aufsteiger in die Landesliga ist der TSV Göggingen. Auch aus der BOL muss kein Team absteigen, aus der Bezirksliga steigen Günzburg 2 und Meitingen auf. Für Tabellenführer Haunstetten 3 ist ein Aufstieg nicht möglich, da die "Zweite" bereits in der BOL spielt. Voraussichtlich wird die höchste schwäbische Liga somit mit 13 Vereinen im Herbst in die neue Saison starten. Aichachs Trainer Manfred Szierbeck hatte sich das Ende seiner Trainertätigkeit bei den Rot-Weißen nach drei Jahren gewiss anders vorgestellt. Vor allem die beiden Heimspiele gegen den Landkreiskonkurrenten Kissing und Meister Göggingen wären für ihn noch einmal zwei Highlights zum Abschied gewesen.
So war für Szierbeck mit dem Abbruch doch abrupt Schluss. "Gleichzeitig endete für mich damit meine sportliche Tätigkeit und die Verantwortung für die Männermannschaft", erklärt Szierbeck. Mit einer Videobotschaft hat er sich am Sonntag von seinen Spielern verabschiedet, wobei er dies liebend gerne persönlich gemacht hätte. Fischer: "Die Freude bei den Spielerinnen über den Aufstieg ist riesig" Männer beenden die Saison als Fünfter - Szierbeck verabschiedet sich vom Team

Von Herbert Walther


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Veröffentlicht am 26.04.2020 16:31 Uhr



 
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