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Adrianowytsch kommt - Bahl muss gehen

Aindling - Seit dem Abstieg vor zwei Jahren aus der Landesliga Südwest ist der Trainerstuhl beim TSV Aindling zu einem Schleudersitz geworden. In dieser Zeit standen fünf Übungsleiter auf der Kommandobrücke, wobei Joachim Kessel (zwei Spiele) und Macco Hoffmann (zwölf Partien) den Job beim TSV lediglich übergangsweise ausübten. Thomas Wiesmüller musste in der Saison 2018/19 nach nur drei Partien seinen Spind räumen, Herbert Wiest (13 Partien) beendete sein Engagement in jener Spielzeit unmittelbar vor Beginn der Frühjahrsrunde und die Amtszeit von Roland Bahl endete nun mit dem gestrigen Tag.


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Roland Bahl kann die Saison beim TSV Aindling nun doch nicht zu Ende bringen. Der neue Spielertrainer Christian Andrianowytsch tritt seinen Dienst bereits jetzt an. Foto: Siegfried Kerpf


Aindlings Fußballchef Josef Kigle räumte denn auch ein, zuletzt bei der Wahl der Trainer "danebengelegen" zu haben. "Seit dem Abstieg befinden wir uns in einer Abwärtsspirale. Wir haben immer versucht, neue Impulse zu setzen", erklärt der Eisingersdorfer die vielen Trainerwechsel in der Vergangenheit.
So wurde auch unmittelbar vor dem Jahreswechsel vereinbart, Bahls auslaufenden Vertrag zum 30. Juni nicht zu verlängern und zur neuen Saison mit Christian Adrianowytsch erstmals wieder einen Spielertrainer zu installieren. Der 33-Jährige versucht nun ab sofort, den TSV wieder nach oben zu führen. Eine Überraschung ist diese Personalie sicherlich nicht, der neuerliche Tausch auf der rot-weißen Kommandobrücke stand bereits seit einem halben Jahr fest. Dass der Trainerwechsel nun aber schon in der Corona-bedingten Spielpause erfolgt, wie Adrianowytschs bisheriger Arbeitgeber TSV Hollenbach an diesem Montag in einer Pressemitteilung vermeldete, indes schon.
Ursprünglich war vorgesehen, dass beide Trainer die Saison bei ihren jeweiligen Klubs zu Ende bringen, Bahl am Schüsselhauser Kreuz, Adrianowytsch am Krebsbach. Anscheinend wollte Adrianowytsch mit seinem Wechsel aber nicht bis Sommer 2021 warten, nachdem die aktuell ruhende Saison nicht schon im Herbst, sondern erst im kommenden Frühjahr endet. Die Aindlinger, laut Kigle in Sorge, "noch hinten reinzurutschen" - der Vorsprung auf den Relegationsrang beträgt nur vier Punkte -, griffen zu. "Die Tabelle lügt nicht", bedeutet Kigle, "die Situation ist nicht zufriedenstellend."
Bahl, der davon ausgegangen war, die Bezirksligasaison am Lechrain zu Ende zu bringen, wurde von der jüngsten Entwicklung überrascht. Es spricht für den Charakter des 58-jährigen Aystetteners, dass er den Weg sofort freimacht, auch wenn es zunächst anderes vereinbart war. "Der Trainer war nicht allein schuld, dass der TSV auch heuer wieder die Erwartungen nicht erfüllen konnte", sagt Kigle.
Das kickende Personal bleibt dasselbe. Die Spieler, die den Verein eigentlich jetzt verlassen wollten, müssen nun bis Saisonende bleiben; beispielsweise Simon Knauer, der ab diesem Sommer spielender Co-Trainer beim SSV Alsmoos-Petersdorf werden sollte,
Die schon feststehenden Neuzugänge Julian Mayr (Ehekirchen), Tobias Wiesmüller (Gersthofen) und Daniel Löffler (Schwaben Augsburg) kommen erst in einem Jahr. Ein durchaus riskantes Spiel, das Aindling und Adrianowytsch, dessen sechsmonatige Inaktivität bereits im Dezember 2019 abgelaufen war und der somit für Aindling sofort spielberechtigt ist, eingehen.

Von Herbert Walther


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Veröffentlicht am 30.06.2020 17:00 Uhr



 
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