Aufregende Heimatsuche
Friedberg - Den tosenden Applaus der rund 600 Zuschauer hatte sich die 186 Mann starke Besatzung des Raumschiffs Songsurprise redlich verdient. Zweieinhalb Stunden zog sie die Passagiere in ihren Bann. Am Ende fanden die Wusels von der Venus über Umwege doch noch eine neue Heimat und wurden in Friedberg herzlich aufgenommen. Und somit war die Veranstaltung viel mehr als nur reine Unterhaltung: Die Rahmengeschichte des Musicals, das am Wochenende in der Max-Kreitmayr-Halle in Friedberg auf die Bühne kam, hatte einen brisant aktuellen und wichtigen Kern.

Die Wusels
von der Venus sind auf der Suche nach einer neuen Heimat. Die Reiseleiter der Songsurprise (Michaela Zerbs und Johannes Kellerer) nehmen sie mit auf die Reise. Rechts oben: Das 186 Mitglieder starke Ensemble beeindruckte das Publikum mit Tanz, Sportakrobatik und Seilspringen (TSV Friedberg). Auch die Startrooper Germany (rechts unten) waren mit an Bord.
Wir befinden uns im Jahr 2118. Kinder sind immer noch genervt von der Schule, Spielplätze wurden abgeschafft und Samsung hat soeben sein neuestes Smartphone-Modell auf den Markt gebracht, das Galaxy S 93. Weil ihr Planet, die Venus, in Kürze unbewohnbar sein wird, werden die Wusels (Annika Domler, Maximilian Kober, Emilia Sickler und Mattis Ueberle) von ihren Eltern in einen Raumgleiter gesetzt, um sich eine neue Heimat zu suchen. Doch "jetzt ist das Klump kaputt" und die (Raum-)Schiffbrüchigen ersuchen Rettung von der Songsurprise. Reiseleiterin Astroid (Michaela Zerbs) nimmt die kleinen Geschöpfe sofort auf, ihr Kollege (Johannes Kellerer) ist anfangs skeptisch. Das Heimweh zu überwinden, dabei hilft unter anderem der Galaxis-Chor. Zudem bringt jeder Planet, an dem man mit "Chor Alltours" vorbeikommt, so viel Neues und Spannendes mit sich, dass kaum Zeit zum Traurigsein bleibt: Auf Neptun mit seinem Mond Triton ist es minus 235 Grad kalt, auf Merkur grüßen Freddy und seine Queen, und schließlich muss die Songsurprise auch noch einen Sträflingsasteroiden passieren, auf dem der gefährliche Mackie Messer gefangen gehalten wird. Die Erleichterung ist groß, als die Raumschiff-Crew schließlich Kurs auf den "Stern des Südens" Bayerns macht, wo die Passagiere das Glück haben, Zeugen einer besonderen Veranstaltung zu werden: der Stoiberparade, bei der "die geradlinige Ausdrucksweise der bayerischen Sprache" gefeiert wird.
Nach einem aufregenden Flug kommen die Wusels in Friedberg an und ihr Glück ist besiegelt: "Hier wollen wir bleiben, hier ist es schön."
Auf der Songsurprise war so viel geboten, dass der Zuschauer zeitweise gar nicht wusste, wo er zuerst hinschauen soll. Turner, Bigband, Chöre, Tänzer, Seilspringer und Akrobaten agierten parallel und schienen die Besucher tatsächlich für eine kurze Zeit in andere Sphären zu entführen. Nach der Landung war von den Passagieren viel Lob für die gute Abstimmung der vielen Akteure und großer Respekt für diese Großleistung zu hören. Eltern setzten die Wusels in einen Raumgleiter, doch "jetzt ist das Klump kaputt"
Von Nayra Weber


Gesanglich brillierten
der Kammerchor Friedberg (Bild oben im Hintergrund) unter der Leitung von "Captain" Herbert Deininger und der Chor der Grundschule Friedberg-Süd unter der Leitung von Ruth Kotzian. Instrumental unterstützt wurden die Sänger von der Crazy Oak Bigband (Eduard Augsburger) und der Planet Groove Band (Arnold Fritscher) aus Aichach. Fotos: Nayra Weber
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Veröffentlicht am 12.11.2018 12:00 Uhr