Sielenbach    

Aufruf zu Veränderung

Sielenbach - Nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat das 40-stündige Gebet in der Wallfahrtskirche Maria Birnbaum, das alljährlich am Faschingswochenende abgehalten wird. Wie Sielenbachs Bürgermeister Martin Echter verlauten ließ - selbst Mitglied des Blauen Bundes -, war am Dienstagvormittag die Kirche rappelvoll.

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Von Sonntag bis Dienstag fand jeweils vormittags und nachmittags eine Andacht statt, am Dienstagnachmittag folgte dann die Abschluss-Andacht. Festprediger war Pater Guido Kreppold aus Ingolstadt, dessen familiäre Wurzeln in Sielenbach liegen.
In seiner Ansprache sagte Kreppold zu den Gläubigen: "Es ist heutzutage schwer, zum Christentum zu stehen. Heute sieht man die Kirche mit anderen Augen. Was ist aus unserer Kirche geworden? 180 000 Austritte aus der katholischen Kirche jährlich belegen das. Wir müssen uns auf die Substanz der Kirche besinnen. Wir können die Welt nicht verändern, aber niemand kann uns daran hindern, uns zu verändern. Das ist der Schlüssel für eine bessere Welt. Der Schlüssel liegt in unserem Herzen."
Nach der Andacht zog die Geistlichkeit mit 16 Mitgliedern des Blauen Bundes dreimal durch die Wallfahrtskirche.
Anschließend ging es in den ehemaligen Klosterladen, wo Kaffee und Krapfen auf die Gottesdienstbesucher warteten.
Wallfahrtsseelsorger Pater Bonifatius Heidel berichtete, dass es heuer 150 Jahre her ist, dass die Kapuziner das 40-stündige Gebet in der Wallfahrtskirche Maria Birnbaum eingeführt haben. Noch länger gebe es den Blauen Bund. Er stammt aus der Zeit nach der Säkularisation, Ziel war der Erhalt der Wallfahrtskirche. Die Mitgliedschaft wurde vom Vater auf den Sohn weitergegeben. Die Mitglieder des Blauen Bundes kommen aus Sielenbach, Wollomoos, Tödtenried, Heretshausen, Irschenhofen, Schafhausen und Kiemertshofen. Blau rührt daher, weil diese Farbe als diejenige der Mutter Gottes gilt.

Von Josef Mörtl
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Veröffentlicht am 06.03.2019 23:00 Uhr




 

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