Fußball    

Einspielen für die Relegation

Aindling - In einem Derby, weiß Christian Adrianowytsch, könne immer etwas passieren. Diese Erfahrung musste auch sein Team unlängst machen, als der TSV Aindling nach sehr langer Zeit mit zuvor 16 ungeschlagenen Punktspielen am Stück wieder einmal verloren hatte. An einem Freitagabend im April hieß es ausgerechnet vor heimischer Kulisse am Ende 0:1 gegen den FC Affing. Eben jene Affinger könnten nun die Aindlinger zum Meister der Bezirksliga Nord machen. Voraussetzung dazu wäre ein FCA-Sieg in Hollenbach (siehe Artikel oben) und ein gleichzeitiger Aindlinger Heimerfolg über den TSV Ziemetshausen (Samstag, 14 Uhr).


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Zuschauerrolle: Tobias Wiesmüller, Fatlum Talla, Gabriel Merane und Antonio Mlakic (von links) fehlten beim Aindlinger Gastspiel in Horgau. Heute beim Saisonfinale gegen Ziemetshausen kann zumindest Talla T-Shirt und Jeanshose gegen die rot-weiße Spielkleidung wieder eintauschen. Foto: Siegfried Kerpf


"Ich rechne aber nicht damit, dass sich die Hollenbacher das noch nehmen lassen", sagt Adrianowytsch. Den einen Punkt, den sein Ex-Klub noch benötigte, werde dieser schon noch einfahren, glaubt der Aindlinger Trainer. Er bereitete sich indes auf die Saisonverlängerung vor. Der Weg zurück in die Landesliga Südwest, die die Aindlinger 2018 verlassen mussten, würde sie über zwei Runden und vier Partien führen (mit Hin- und Rückspielen). Es könnte allerdings auch schon am Sonntag in einer Woche nach dem Retourmatch vorbei sein (erstes Spiel wäre am nächsten Donnerstag).
Das letzte Punktspiel diente Adrianowytsch als Vorbereitung unter Wettkampfbedingungen für die Relegation. "Da wollen wir uns Selbstvertrauen holen", sagt er; selbiges gilt auch für Ziemetshausen. Egal, wie dessen Gastspiel am Schüsselhauser Kreuz endet, für den Aufsteiger aus dem Landkreis Günzburg ist die Saison noch nicht vorbei. Bereits am Dienstag muss er sich in einem Entscheidungsspiel gegen einen Widersacher der Nordstaffel (Mertingen, Bubesheim, Nördlingen 2 oder Wertingen) durchsetzen, um nicht direkt abzusteigen. Im Erfolgsfall ginge es dann weiter in der Relegation mit den Kreisliga-Zweiten.
Der Trainerwechsel - erst Anfang Mai löste Ex-Profikicker Sven Müller (u.a. Wolfsburg, FCN, Kaiserslautern) Markus Deibler ab - habe den Ziemetshausenern neuen Schwung verliehen, ließ sich Adrianowytsch berichten. Nach seinen Informationen sei auch deren Defensive nun viel stabiler als zu Beginn der Frühjahrsrunde. Zuletzt gewannen die Ziemetshausener zwei Mal zu null, darunter 1:0 am vergangenen Samstag gegen den Dritten Stätzling. "Sie werden den Schwung mit in die Relegation nehmen wollen", rechnet Adrianowytsch mit keinesfalls zurückhaltend agierenden Westschwaben.
Nicht nur fürs Saisonfinale, sondern auch für die eher wahrscheinlichere Relegationsteilnahme ist der Ausfall von Gabriel Merane (Syndesmosebandriss) eine große Schwächung. "Das tut uns gewaltig weh", betont Adrianowytsch. Fehlen werden heute auch Antonio Mlakic (letztmals gesperrt), Niko Pitsias, Tobias Wiesmüller (beide angeschlagen) und Lukas Ettner, dafür kehren Fatlum Talla nach Rotsperre und der in Horgau beruflich verhinderte Daniel Löffler zurück.
Und sollte es doch Affinger Schützenhilfe geben? "Dann werden wir uns riesig freuen", so Adrianowytsch, "falls wir unsere Hausaufgabe gemacht haben."

Von Herbert Walther


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Veröffentlicht am 20.05.2022 17:18 Uhr