Dasing    

Leben, arbeiten, bleiben und gehen

Dasing - Über viele Einzelschicksale von Flüchtlingen wird berichtet, ebenso über die Maßnahmen zu deren Betreuung und den Richtungsstreit um die künftige Asylpolitik. Eine Gesamtschau des Themas ist schwierig. Eine derjenigen, die einen guten Überblick hat, ist Sieglinde Jacob. Die Gemeinde Dasing beschäftigt sie in Teilzeit für die Betreuung von aktuell 88 Flüchtlingen.


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Sieglinde Jacob. Foto: cal


Eine Besonderheit in Dasing: Es handelt sich bei den Asylbewerbern in Dasing ausschließlich um alleinstehende Männer, was an den Gemeinschaftsunterkünften liegt. Erst vor Kurzem ist eine Familie im Ortsteil Wessiszell neu hinzugekommen.
Sieglinde Jacob ist seit 1. April 2015 für die Integrationsarbeit der Gemeinde Dasing zuständig. Zum Jahreswechsel wurde ihr Aufgabengebiet auf die komplette Verwaltungsgemeinschaft mit Adelzhausen, Obergriesbach, Sielenbach und Eurasburg ausgeweitet. Zuvor hat sie sich bereits ehrenamtlich in der Asylarbeit engagiert.

Unterkünfte: Im Gasthaus Lechner leben 47 Asylsuchende, in einem Mehrfamilienhaus in der Taitinger Straße 22 und im alten Bahnhofsgebäude 16. In Wessiszell ist ein Haus für zwei bis drei Familien angemietet worden.

Haupt-Herkunftsländer: Afghanistan (23), Nigeria (14), Pakistan (13), Syrien (8), Somalia (8), Senegal (7). In Deutschland gelten derzeit Albanien, Montenegro, Mazedonien, Serbien, Bosnien, Herzegowina und der Kosovo als sicher, außerdem Ghana, Senegal, Marokko, Algerien und Tunesien.

Anerkennung: Die "jüngsten" Flüchtlinge sind seit zehn Monaten in Dasing, alle anderen noch länger. Bis zu drei Jahre warten einige von ihnen inzwischen auf den Bescheid. Sieglinde Jacob weiß von drei Syrern, dass ihr Asylgesuch anerkannt wurde. Ein Pakistaner hat die Duldung erhalten. Die Zahl kann sich gerade täglich ändern, weil inzwischen viel mehr Anträge - darunter auch viele alte - abgearbeitet werden.

Abschiebung: Ein Senegalese hat inzwischen den Ablehnungsbescheid bekommen und klagt dagegen. Eine polizeiliche Abschiebung hat Sieglinde Jacob erlebt: Ein Flüchtling wurde nach Italien gebracht, weil er dort bereits einen Asylantrag gestellt hatte. Andere sind freiwillig ausgereist. Ein Pakistaner und ein Albaner sind inzwischen gegangen, zwei andere Flüchtlinge sind aus familiären Gründen in andere Gemeinden gekommen, zwei Somalier sind untergetaucht.

AUSFÜHRLICHER BERICHT IN DER AICHACHER ZEITUNG.
Von Carina Lautenbacher


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Veröffentlicht am 08.03.2016 12:00 Uhr



 
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