Dasing    

Die bunte Truppe

Dasing - Während sich die Groko darüber streitet, ob für Asylbewerber der Mindestlohn gelten soll und welche Zugangsbedingungen zum Arbeitsmarkt grundsätzlich sinnvoll sind, hat Johannes Ankner mit seiner Metallbaufirma im Dasinger Ortsteil Lindl schon längst Fakten geschaffen: Aktuell arbeiten sechs Asylbewerber bei ihm, die übrigens alle mehr als den Mindestlohn bekommen.


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Internationales Treffen in der Halle von Metallbau Ankner in Lindl (von links): Paul Natan aus Nigeria, Firmenchef Johannes Ankner, Aziz Khan Ahmadzai aus Afghanistan und Ahmed Adisa Shokunbi aus Nigeria. Bis zu neun Aslybewerber waren gleichzeitig in dem 60-Mann-Betrieb beschäftigt. Foto: Carina Lautenbacher


Fachkräftemangel, politisches Statement, Gutmenschentum - was treibt Johannes Ankner dazu an? Ein bisschen von allem, aber in erster Linie: Er macht es einfach. So wie er seine Firma, die er im Jahr 2000 gegründet und zunächst im Nebenerwerb betrieben hat, fortwährend vergrößert hat. Änderte sich die Nachfrage, änderte er das Angebot. Änderten sich die Anforderungen erneut, suchte er sich Kooperationspartner. Wenn man ihm zuhört, könnte man denken, jeder sei imstande, einen Betrieb mit 60 Mitarbeitern aufzubauen und zu leiten. Heute hat er drei Hektar am oberen Ende seines Geburtsorts Lindl gleich beim Wohnhaus der vierköpfigen Familie dazugekauft, um für die Halle genug Platz zu haben, und verzichtet darauf, Werbung zu machen: Der Laden läuft auch so. Vorwiegend bietet Metallbau Ankner schlüsselfertige Lagerhallen an, in die zum Beispiel große Verbrauchermärkte einziehen können. Türen und Tore sind ein eigener Geschäftszweig, und Maschinen werden vermietet.
Scheu vor Fremden war Ankners Sache offenbar noch nie: Ein ungarischer Saisonarbeiter gehörte zu seinen ersten Mitarbeitern, der es schnell zum Vorarbeiter schaffte. Mehrere Ungarn, später auch Rumänen und Kroaten kamen so ins Team.
Helferinnen des Asylkreises sind auf Johannes Ankner, der seit 2014 Mitglied im Dasinger Gemeinderat ist, zugegangen. So hat er die ersten Praktikanten bekommen. Wie haben die sich geschlagen? Alles hochmotivierte Mitarbeiter oder doch alle Faulpelze? "Das ist ganz genau wie bei uns: Einige hängen sich voll rein und integrieren sich gut, andere sind Nörgler und nicht zu gebrauchen." Wirklich schlechte Erfahrungen hat der 38-Jährige nicht gemacht. Jeder Neue muss ein Praktikum absolvieren, dann entscheidet der Chef, ob er ihn behalten
will.

Von Carina Lautenbacher
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Veröffentlicht am 17.02.2016 12:00 Uhr



 
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