Augsburg    

Handwerkskammer eröffnet neues Ausbildungszentrum

Augsburg - Beim dritten Anlauf hat es nun geklappt: Nachdem die offizielle Eröffnung ihres Berufsbildungs- und Technologiezentrums aufgrund der Pandemie zweimal hintereinander abgesagt werden musste, konnte die Handwerkskammer Schwaben nun den Festakt endlich feiern. Mit rund 50 Millionen Euro Baukosten ist das neue Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) das aufwändigste und teuerste Projekt in der Geschichte der Handwerkskammer Schwaben.


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Zwei Auszubildende überreichten dem Präsidenten der HWK Schwaben, Hans-Peter Rauch, und HWK-Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner ein gebackenes Riesen-Hufeisen als Glücksbringer. Foto: HWK Schwaben


Rund 200 Gäste nahmen an der offiziellen Eröffnung teil. Begleitet wurde die Veranstaltung durch die "Schwäbischen Rußbläser" - in schwarzer Kaminkehrer-Kluft stellten diese "Glücksbringer" für die Handwerkskammer dar, wie Moderator Markus Othmer feststellte. In seiner Begrüßungsrede hob Hans-Peter Rauch, Präsident der Handwerkskammer Schwaben, den hohen Stellenwert der handwerklichen Ausbildung hervor. Die großen Herausforderungen unserer Zeit, laut Rauch insbesondere der Klimaschutz und die Digitalisierung, könnten ohne qualifizierte Handwerker nicht bewältigt werden. Mehrmals forderte Rauch aus diesem Grund "eine echte Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung".
Im BTZ können junge Menschen Handwerksberufe in verschiedenen Fachbereichen wie Landtechnik, Elektrotechnik, Malen oder Metallbau unter modernen Bedingungen erlernen. Der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Florian Herrmann, der stellvertretend für den verhinderten Ministerpräsidenten Markus Söder am Festakt teilnahm, lobte die Handwerkskammer Schwaben: "Sie können wirklich stolz sein auf das, was Sie hier geschaffen haben." Auch Moderator Markus Othmer sprach von einem wahren "Statement fürs Handwerk".
Nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung führten Mitarbeiter der Handwerkskammer die Gäste durch die neuen Ausbildungsräume und Werkstätten, in denen engagierte Ausbilder und begeisterte Lehrlinge von ihrer Arbeit berichteten und mit sichtlicher Begeisterung ihr Handwerk vorzeigten.
Mit über 7000 Quadratmetern Nutzfläche sind in dem zweistöckigen Gebäude Werkstätten und Lehrsäle für acht Fachbereiche untergebracht. Pro Jahr werden dort bei Volllast rund 10 000 Teilnehmer im Rahmen der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung und der Meisterkurse im praktischen Bereich fit für ihren Handwerksberuf gemacht.
Wie hochtechnisch das Handwerk heutzutage ist, zeigte sich beispielsweise in der großen Halle der Land- und Baumaschinen, wo sich fast alles um große Geräte dreht. Vom Bagger bis zu mehreren Traktoren und Schleppern samt Anbaugeräten sind hier modernste Maschinen zu sehen.
Besonders wichtig für den Fachbereich Metall sei nach Angaben der Handwerkskammer die CNC-Werkstatt mit Programmierarbeitsplätzen für Feinwerkmechanik und Zerspanungstechnik. Dort befinden sich nagelneue Bearbeitungszentren. Allein die Fünf-Achsen-Simultanbearbeitungsmaschine hat rund eine halbe Million Euro gekostet. "Auf diesem Gerät ist hochpräzise Metallbearbeitung und Filigrantechnik von sehr harten Werkstoffen möglich", so die Verantwortlichen.
Gesteuert werden solche Maschinen digital. Die Fachkräfte - Gesellen wie Meister - müssen in der Lage sein, solche Arbeitsprozesse zu programmieren. Daher befindet sich direkt neben dem CNC-Maschinenraum der dazugehörige Programmierlehrsaal mit zwölf Bildschirmarbeitsplätzen. Acht Fachbereiche auf mehr als 7 000 Quadratmetern

Von Carina Rößler

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Ihre neuesten Werke präsentierten Auszubildende beim Rundgang durch das Gebäude. Foto: Carina Rößler



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Veröffentlicht am 19.05.2022 17:02 Uhr