Aichach    

Tote Person war der Vermisste

Aichach - Nach eineinhalb Monaten hat die Familie des vermissten Oberneulers nun endlich Gewissheit: Bei der Leiche, die am Sonntag von Fischern an der Paar in der Nähe der Tränkmühle entdeckt worden war, handelt es sich tatsächlich um den 69-Jährigen aus Oberneul bei Dasing, der seit dem 31. März vermisst wird. Das bestätigte gestern Siegfried Hartmann, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Schwaben Nord, auf Nachfrage unserer Zeitung. Demnach sahen die Angler eine Person, die leblos im Wasser trieb und verständigten die Polizei. Anhand mitgeführter Gegenstände konnte der Verstorbene eindeutig identifiziert werden. Ein Fremdverschulden kann ausgeschlossen werden, so Hartmann.


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Wasserwacht, Feuerwehr und Polizei waren am Sonntag vor Ort, um die Leiche des 69-Jährigen aus Oberneul bei Dasing zu bergen. Der Mann galt seit Ende März als vermisst. Foto: Erich Hoffmann


Wie berichtet, war der 69-Jährige an dem Donnerstag Ende März gegen 15.30 Uhr aufgebrochen, um alleine einen Spaziergang zu machen. Nachdem er in den darauffolgenden Stunden nicht mehr nach Hause kam, machten sich Angehörige auf die Suche nach ihm. Sie fanden sein Auto schließlich verlassen an einem Uferbereich der Paar im Bereich der Tränkmühle. Dort war der 69-Jährige schon öfter unterwegs. Noch in der Nacht leitete die Polizei eine umfangreiche Suchaktion nach dem Vermissten ein und rief eine Fahndung aus. Darin hieß es, es wäre möglich, dass der Vermisste aufgrund gesundheitlicher Probleme hilflos umherirrt.
Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass der Mann in die Paar gestürzt ist, war eine Vielzahl von Rettungskräften der Wasserwacht, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft sowie von Feuerwehren im Einsatz. Am 1. April flog zudem ein Polizeihubschrauber das Gebiet ab. Laut Michael Jakob, Leiter der Polizeiinspektion Aichach, wurde alles unternommen, um den Vermissten so schnell wie möglich zu finden. Taucher, technisches Gerät und sogenannte Leichenspürhunde wurden eingesetzt, bestätigt Jakob. Rund 20 Hunde zählt die Hundestaffel des Polizeipräsidiums Schwaben Nord. Dabei handelt es sich um Schutzhunde mit einer speziellen Zusatzausbildung, etwa als Drogen- oder eben Leichenspürhunde.
Von Leichenspürhunden ist bekannt, dass sie den Körper eines toten Menschen sogar bis zu einer Wassertiefe von bis zu 20 Metern riechen können, selbst wenn er schon im Schlamm versunken ist. Denn die Hunde nehmen mit ihren hochsensiblen Nasen Geruchsstoffe wahr, die bei der Verwesung entstehen.
Warum das im vorliegende Fall nicht zum Erfolg geführt hat? Laut Pressesprecher der Polizei brauche es immer einen Anhaltspunkt, wo der Hund suchen soll. Und nicht sicher ist, ob der Auffindeort auch der Ort ist, wo der Mann ins Wasser gefallen ist.
Zudem spielten Wassertemperatur, Zeit und Topografie eine entscheidende Rolle. Immer wieder komme es vor, bestätigt Siegfried Hartmann, dass Personen trotz intensiver Suche über einen längeren Zeitraum nicht gefunden werden. Im Fall des vermissten 69-Jährigen könnten Unterspülungen im Uferbereich der Paar ein schnelles Auffinden des Verstorbenen erschwert haben, mutmaßt etwa Michael Jakob von der Aichacher Polizei.
Im Raum Aichach wurde zuletzt Anfang 2017 lange Zeit nach einem Vermissten gesucht. Dabei handelte es sich um einen 82-Jährigen. Etwa einen Monat nach dem Verschwinden des Mannes entdeckte eine Hundertschaft der Polizei die Leiche des Mannes im Wald bei Zahling. Leichenspürhunde schlugen nicht an

Von Thomas Winter


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Veröffentlicht am 16.05.2022 18:26 Uhr