Aichach    

Auf uralten Spuren in die Zukunft

Aichach - Die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Städten, im Jahr 2050 werden es sogar zwei Drittel sein. Wie ihr hoch technologisierter und digitalisierter Alltag aussehen wird, können wir uns noch kaum vorstellen, und doch wird man - zumindest in Europa - in vielen Städten der Zukunft noch ihre alten Wurzeln erkennen können. "In fast jeder Stadt gehen wir in den Spuren unserer mittelalterlichen Vorfahren", sagt dazu Dr. Peter Wolf. Der stellvertretende Leiter des Hauses der Bayerischen Geschichte war nach Aichach gekommen, wo das Ausstellungprojekt "Stadt im Wandel - vom Mittelalter zur Smart City" vorgestellt wurde.


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So wird die Fassade des Aichacher "FeuerHauses" für die neue Ausstellung "Stadt im Wandel - vom Mittelalter zur Smart City" aussehen. Sie knüpft an die Landesausstellung 2020 an und beschäftigt sich am Beispiel von Aichach mit der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft von Städten. Foto: OscarDaRiz courtesy Gruppe Gut/HdBG


Der Historiker war mit gutem Grund dabei, als Bürgermeister Klaus Habermann und Kuratorin Sarah Schormair skizzierten, was ab 19. Juni im zum "FeuerHaus" umgebauten alten Feuerwehrhaus zu sehen sein wird: Die neue Ausstellung knüpft nicht nur mit dem Ausstellungsort an die Landesausstellung 2020 an, sondern auch thematisch, und erneut ist das Haus der Bayerischen Geschichte (HdBG) dabei ein Partner.
Bei der durch Corona arg gebeutelten, aber letztendlich doch erfolgreichen Landesausstellung "Stadt befreit" in Aichach und Friedberg ging es im vergangenen Jahr um die Wittelsbacher als Städtegründer, der zeitliche Bogen spannte sich vom Hochmittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Die neue Ausstellung knüpft hier an und versteht sich ausdrücklich als eine Art Fortsetzung. Dabei werden vor allem die Bereiche Stadtplanung und Entwicklung zur digitalen "Smart City" der Zukunft mit allen Chancen und Gefahren detailliert und genau unter die Lupe genommen. "Gerade bei diesen Themen haben wir in der Landesausstellung bei weitem nicht alles untergebracht und seine ganze Vielfalt nicht zeigen können", sagte Wolf, der im vergangenen Jahr Projektleiter für "Stadt befreit" war. In seinem Team hatte er damals auch Sarah Schormair, die als Kuratorin von "Stadt im Wandel" diese Aspekte nun aufgreift und intensiver durchspielt. Was ab Sommer im "FeuerHaus" zu sehen ist, wird manchen Besucher an die Landesausstellung erinnern. Die neue Ausstellung übernimmt Teile der früheren, spielt sie neu durch und kombiniert sie mit neuen Aspekten, die vor allem in den beiden letzten der fünf Räume den Schwerpunkt bilden. Insofern könnte man von einem "Remix" oder "Variationen über eine Landesausstellung" sprechen. Dabei spielen moderne Ausstellungtechnik und Multimedia-Angebote wieder eine wichtige Rolle bei der Präsentation. Die Gestaltung des gesamten Projekts hat - wie schon bei der Landesausstellung - die Gruppe Gut aus Bozen übernommen. Kontinuität also auch hier.
"Stadt im Wandel" ist aber mehr als bloß ein aufgewärmtes "Stadt befreit". So werden Fragen der Stadtplanung und Stadtentwicklung am Beispiel von Aichach, aber auch anderen Städten sehr genau durchleuchtet.

Von Dr. Berndt Herrmann


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Veröffentlicht am 21.04.2021 17:58 Uhr