Aichach    

Bundestagsabgeordneter Ulrich Lange im AZ-Sommerinterview: "Söder hat viele Menschen überzeugt"

Aichach - Mehr Geld für die Bahn und ein Auto-Konjunkturpaket nur für Elektrofahrzeuge: Die CSU hat einige ihrer Leitpfosten über die Jahre verschoben. Eine schwarz-grüne Koalition in Berlin ist nicht nur deshalb denkbarer geworden. CSU-Bundestagsabgeordneter Ulrich Lange sieht auch bei den Grünen Bewegung, etwa in einer nicht mehr kategorischen Ablehnung aller Automobil-Themen.


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Erst vor wenigen Tagen hat der Bundestagsabgeordnete Ulrich Lange (rechts) mit Markus Söder die Firma Varta in Nördlingen besucht. Vielleicht war das Aufeinandertreffen nicht nur eines mit dem Ministerpräsidenten, sondern auch mit dem künftigen Kanzlerkandidten. Foto: Steffen Höhn


So gesehen kann man das Konjunkturpaket auch als ein Zugehen auf die Grünen begreifen in einer Zeit, in der die Zusammenarbeit in der Großen Koalition mit der SPD zwar routiniert ist, die Beziehung ihren Zenit aber längst überschritten hat.
Und war da nicht noch jemand? "Unsere Schnittmengen mit der FDP sind derzeit eher gering", sagt Ulrich Lange. Eine vergleichsweise deutliche Aussage über eine Partei, die nur über ihren Vorsitzenden, weit weniger über Inhalte wahrgenommen wird. Trotzdem sind die Grünen nicht die neue Liebe der CSU. "Die Grünen sind unser Hauptwettbewerber", stellt Lange klar.
Wer dann Kanzler sein wird, steht noch in den Sternen. Zu einer Kür von Ministerpräsident Markus Söder zum gemeinsamen Unionskandidaten sagte Ulrich Lange im Sommergespräch mit unserer Zeitung nur: "Erst muss die CDU wissen, was sie will." An der Eignung seines Parteichefs hat er allerdings keine Zweifel: "Markus Söder hat in der Krise eine starke Figur abgegeben und damit viele Menschen überzeugt - auch in der CDU."
Söders Umfragewerte sprechen seit Wochen für sich. Laut Forschungsgruppe Wahlen (Politbarometer) hielten Söder im März nur 30 Prozent aller Befragten für das Amt des Bundeskanzlers geeignet. Zuletzt waren allerdings 64 Prozent aller Befragten und 78 Prozent der Unions-Anhänger der Meinung, dass der 53-Jährige Kanzler kann. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kam lediglich auf 19, Norbert Röttgen auf 14 und Friedrich Merz auf 31 Prozent. Doch Merz' Zustimmungswerte sinken nicht nur bundesweit, sondern auch innerhalb des konservativen Lagers.

Von Carina Lautenbacher



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Veröffentlicht am 31.07.2020 16:30 Uhr



 
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