Aichach    

Freuen auf den Freiluftsommer: Auch ohne Großveranstaltungen soll gefeiert werden

Aichach - Vielleicht wird der Sommer doch nicht so fad wie befürchtet. Nach der Lockerung der Corona-Einschränkungen für Veranstaltungen wird jetzt fleißig geplant: Welche Kultur-Events sind möglich, wie könnten Freiluft-Angebote aussehen, welche gastronomischen Konzepte erlauben ein gesundes Zusammenkommen? Klar ist, dass bis 31. Oktober keinerlei Großveranstaltungen stattfinden. Das Aichacher Stadtfest, die Mittelaltertage in Inchenhofen und Pöttmes sind längst abgesagt, ebenso die Volksfeste und Jubiläumsfeiern der Vereine. Alternative Veranstaltungsformen sind gefragt.


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Solche Bilder wird es heuer aus Aichach nicht geben. Sämtliche größeren Veranstaltungen sind wegen Corona abgesagt. Allerdings tüfteln die Stadt-Verantwortlichen an überschaubareren Fest-Formaten. Foto: Erich Hofmann


Die Stadt Aichach möchte ab Ende Juli monatliche Biergarten-Frühschoppen anbieten. Diese Veranstaltungsreihe wurde anlässlich der Landesausstellung konzipiert. Jeden dritten Sonntag im Monat sollte man sich auf dem Schlossplatz zum Frühschoppen mit Blasmusik und Theatervorführung treffen, jeden ersten Freitag im Monat zum Streetart-Abend mit junger Kunst: Musiker, Graffiti-Sprayer, Performance-Künstler. Letzteres wird es nicht geben, den Sonntagsfrühschoppen wohl schon, wie die Stadt auf Nachfrage bestätigt. Der Frühschoppen ist vergleichbar mit einem normalen Biergartenbetrieb. Dort gibt es Maskenpflicht bis zum Tisch, Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln. Das alles lässt sich auch am Schlossplatz einhalten.
Ebenfalls realisiert werde kann die Kunstmeile im September, die zusammen mit der Aktionsgemeinschaft Aichach (Aga) organisiert wird. Maler, Bildhauer, Fotografen, Kreative in Holz und Metall stellen dann für vier Wochen in den Schaufenstern der Geschäfte oder auf den Plätzen in der Aichacher Innenstadt aus. Hingegen sind das Barock-Picknick im Sisi-Park in Unterwittelsbach, die Sommerserenade des Musikvereins am Tandlmarkt und der Barthlmarkt am 30. August endgültig gestrichen.
In Augsburg begann der Freiluft-Kultursommer schon gestern. Das Staatstheater hat die Rasenfläche vor ihrer Spielstätte im Martini-Park zum Theater-Platz umgebaut. Auf Sommer-Liegestühlen können die Besucher in entsprechendem Abstand Musikern zuhören und Schauspielern zusehen.
Am Samstag feiert auf der Freilichtbühne am Roten Tor die Musical-Gala "The Show must go on!" Premiere. Die Philharmoniker und bekannte Musical-Sänger präsentieren ihr Programm, die Besucher dürfen sogar ihre eigene Brotzeit und Getränke mitbringen.
Bis zu 200 Besucher hat die bayerische Staatsregierung für Openair-Veranstaltungen zugelassen. Auf der Freilichtbühne werden es sogar 550 sein. Denn auch die Kommunalverwaltungen, also Stadt oder Landkreis, entscheiden mit, ob eine Veranstaltung den Corona-Vorschriften gemäß ausgerichtet werden kann.
Mit dem Landratsamt in Gesprächen ist auch Rainer Knauer, Wirt des Canada in Obermauerbach. Seine Kleinkunstbühne kann derzeit nicht bespielt werden, wohl aber wäre der Biergarten für Konzerte geeignet. Fünf Veranstaltungen im Juli und August könnte sich Knauer vorstellen. Die Künstler haben schon zugesagt, unter anderem der Musiker Stefan Zinner sowie die Oberpfälzer Kabarettistin Lizzy Aumeier. Rainer Knauer ist sich sicher, seinen Biergarten so einrichten zu können, dass Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten sind. Zu klären ist noch die Frage, ob ein Kleinkunstabend unter die Rubrik "Hintergrundmusik" fällt (das ist im Biergarten erlaubt), oder unter Theater (wofür andere Kriterien gelten). Ein ähnliches Konzept verfolgt das M-Eins. Die Diskothek kann indoor nicht öffnen und will stattdessen ab kommenden Samstag einen Biergartenbetrieb vor der Tür aufziehen (wir berichteten).
Anders als üblich wird der Freiluft-Sommer auch in der Dasinger Western-City ablaufen. Die Süddeutschen Karl-May-Festspiele gibt es heuer im Miniformat: Nur 100 Zuschauer pro Vorstellung, "kein Klamauk, keine Persiflage - sondern beste Familienunterhaltung mit dem Fokus auf die wesentlichen Charaktere und Helden", wie es auf der Internetseite heißt. Statt "Winnetou und Kapitän Kaiman" wird "Winnetou I auf Bayerisch" gegeben. Der niederbayerische Kabarettist Wolfgang Berger hat den Western-Klassiker aus dem Hochdeutschen übertragen, Matthias M. mimt den Winnetou. Aufführungen sind vom 18. Juli bis 13. September jeden Sonntag und die meisten Samstage, jeweils nachmittags.
Ebenfalls im Juli starten die regulären Stadtführungen in Aichach, ab August gibt es auch wieder Nachtwächterführungen. Dieses Angebot ergänzt das Führungsangebot anlässlich der Landesschau "Stadt befreit" (tägliche Führungen). Stefan Zinner und Lizzy Aumeier im Biergarten?

Von Wolfgang Glas



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Veröffentlicht am 25.06.2020 14:53 Uhr



 
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