Aichach    

Wissen, wo der Schuh drückt

Aichach - Seit April ist der Landkreis Aichach-Friedberg eine von 50 Gesundheitsregionen Plus in Bayern. Sinn und Zweck des staatlichen Förderprogramms ist es, die Gesundheitsvorsorge und die Gesundheitsversorgung zu verbessern. Aber um etwas zu verbessern, muss man erst einmal wissen, "wo der Schuh drückt", wie es der Leiter des Gesundheitsamtes Dr. Friedrich Pürner ausdrückt. Deshalb werden nun 4000 Bürger befragt, die dieser Tage einen Fragebogen in ihrem Briefkasten finden werden.


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An 4000 zufällig ausgewählte Landkreisbürger werden dieser Tage Fragebögen verschickt. Damit soll herausgefunden werden, wo es in der Gesundheitsversorgung in der Region Verbesserungsbedarf gibt. Foto: Brummer


Die Angeschriebenen wurden nach dem Zufallsprinzip aus allen Gemeinden und allen Altersgruppen ausgewählt, erklärte Andreas Michel, der die Geschäftsstelle der Gesundheitsregion Plus im Wittelsbacher Land leitet. Natürlich ist die Umfrage anonym, alle Daten werden vertraulich behandelt und keinem Dritten zur Verfügung gestellt. Abgefragt wird zum Beispiel, wie lange Bürger brauchen, um ihren Hausarzt zu erreichen und welche Verkehrsmittel sie dafür benutzen, wie oft sie im vergangenen Jahr bei einem Arzt oder im Krankenhaus waren, welche Vorsorgemaßnahmen sie durchführen, es gibt Fragen zum eigenen Gesundheitszustand und zur Zufriedenheit mit der Gesundheitsversorgung im Landkreis und viele mehr. Insgesamt sind es 51 Fragen, die die Bürger bis 28. November beantworten und an die Geschäftstelle zurückschicken sollen.
Auch Landrat Dr. Klaus Metzger appelliert, sich an der Umfrage zu beteiligen. Nur wenn man wisse, wie die Menschen die Gesundheitsversorgung im Landkreis subjektiv einschätzen und wo sie Probleme sehen, könne man gegensteuern.
Unter Umständen sind schnelle Lösungen möglich. Wenn zum Beispiel ältere Bürger in einem bestimmten Ort Probleme haben, zum Arzt zu kommen, kann man über die Organisation von Fahrdiensten nachdenken. Oder wenn es zu wenige Bewegungs- und Sportangebote für Senioren gibt, ist eine Zusammenarbeit mit der Volkshochschule möglich. Andere Probleme, etwa die Versorgung mit Ärzten, sind sicher schwieriger in den Griff zu bekommen. In solchen Fällen ist umso wichtiger, dass zum Beispiel auch die Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) an den Treffen des Gesundheitsforums teilnehmen.

Von Dr. Berndt Herrmann



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Veröffentlicht am 08.11.2019 23:00 Uhr




 

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