Aichach    

Der Schloss-Kauf war ein Glückstreffer

Aichach - Wenn im nächsten Jahr ganz Bayern im Rahmen der Landesausstellung auf das Wittelsbacher Land blickt, ist es eigentlich der Burgplatz in Oberwittelsbach, an dem die Besucher ein Stück Geschichte spüren können. Dass auf der Route vermutlich dennoch das Unterwittelsbacher Wasserschloss mehr Aufmerksamkeit erlangen wird, hat mit einem Namen zu tun: Sisi. In ihrer Kindheit hat die spätere Kaiserin von Österreich gemeinsam mit ihrem Vater Herzog Max unbeschwerte Tage in dem geschichtsträchtigen Gemäuer verbracht. Mit den Romy-Schneider-Verfilmungen wurde die naturverbundene Wittelsbacherin endgültig zum Mythos, was Aichach und dem gesamten Wittelsbacher Land bei der touristischen Vermarktung bis heute unschätzbare Dienste erweist. Das konnte Aichachs Stadtrat vor 20 Jahren nicht ahnen, als er das Schlösschen kaufte.


Der geschichtliche Hintergrund sei schon klar gewesen, erinnert sich Bürgermeister Klaus Habermann zurück. Ein Nutzungskonzept habe es freilich nicht gegeben. "Es war ein Sprung ins Wasser", berichtet Habermann. Eher zufällig habe man davon erfahren, dass das Schloss möglicherweise zum Verkauf steht und sofort Kontakt mit dem damaligen Eigentümer aufgenommen. Siegbert Müller hatte das Gebäude mehr als 20 Jahre zuvor erworben und betrieb darin ein Heim für schwer erziehbare Jugendliche. Schnell bekam die Stadt eine Kaufoption, die Verhandlungen mit einem Bankhaus in München zogen sich dennoch über Monate hin. Am 30. Juni 1999 saß man schließlich beim Notar. 1,9 Millionen Mark berappte die Kommune für das Schloss samt fünf Hektar Landschaftspark und drei Weihern. "Der Coup: Stadt Aichach kauft das Sisi-Schloss zum Schnäppchenpreis", titelte die AICHACHER ZEITUNG bei der Schlüsselübergabe mit zahlreichen Ehrengästen.
Schon kurz darauf wurde es eng im Schloss. Am Tag des offenen Denkmals im Jahre 1999 durfte die Öffentlichkeit erstmals einen Blick ins Innere werfen und auch den Park besichtigen. Und die Bürger nutzten die Chance. An die 4000 Interessierte pilgerten über die Brücke. Bereits im Jahr 2000 gab es die erste Sonderausstellung. Bis heute hält die Stadt am touristischem Nutzungskonzept fest - jährlich wechselnde Ausstellungen rund um Sisi, dazu ein paar Märkte und Kulturveranstaltungen. Allein die Sisi-Ausstellungen locken pro Jahr zwischen 10 000 und 13 000 Besucher an.
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Von Robert Edler


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Veröffentlicht am 18.09.2019 09:13 Uhr




 

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