Aichach    

Der rockende Schnurrbart: Open Erol 2019

Aichach - Schwarzer Schnurrbart, Lederhose, Trachtenhemd, so begrüßte Erol Duman seine Gäste zur Jubiläumsausgabe des Open-Erol-Festivals. Bereits zum zehnten Mal lud er Aichach am vergangenen Wochenende zu Döner, Bier und Raki in seinen Biergarten ein. Wie immer zeigten Live-Bands ihr Können und versorgten die Besucher mit Musik sämtlicher Stilrichtungen. Und das Beste: Alles verlief wie immer absolut entspannt und ohne "Nebenwirkungen".

open-erol1

25 Jahre ist es her, seit Erol Duman seinen Orient-Express eröffnete, fünf Jahre später kam der Biergarten dazu. Und seit zehn Jahren heißt es stets zu Pfingsten: Open Erol. Bei freiem Eintritt gibt sich die heimische Musik-Szene die Ehre. Auch heuer war die Mischung bunt, der Sound vielfältig und perfekt abgemischt. Am Freitag zum Auftakt versorgten die G'lenkschmerz'n um Boandlbräu Manni Fritsch - quicklebendig und keineswegs reif für den Orthopäden -, die wilden Postpunkrocker von Mediocore und die überaus kreativen und gereiften "Heimatsound"-Spezialisten von Nice 2 meet you das dankbare Publikum.
Unter strahlend blauem Himmel und bei angenehmen Temperaturen füllte sich der Biergarten auch am Samstag schnell. Bei ausgelassener Stimmung eröffnete Salt'n'Vinegar den Abend. Die vielversprechende, junge Band begeisterte das Publikum zunächst mit Coverversionen auf Englisch, Deutsch und sogar Italienisch. Später gab es dann auch eigene Kompositionen zu hören.
Die nächste Band Filistine hatte unter anderem ihr Debüt- Album und auch einen ganz neuen Song "Play" im Gepäck. "Es macht einen Riesenspaß hier oben, ich hoffe das strahlt auch ein bisschen nach unten", so Bandmitglied Samuel Meier - und das tat es auf alle Fälle. Das Rocktrio steht mit seinem Sound, inspiriert von Jimi Hendrix und Co., unter anderem für Tanzbarkeit, weshalb es keine Überraschung war, dass auch die Aichacher Tanzfläche nicht lange leer blieb.
Samba- und Reggae-Grooves der Augsburger Gruppe "Pica Pau" brachten anschließend brasilianisches Flair mit nach Aichach. Durch Trommeln, Instrumentalbegleitung, Gesang und zwei Tänzerinnen in Rio-Samba-Kostümen wurde die Stimmung weiter angeheizt. Den Abschluss bildete die Aichacher Band "Rockshots". Sie betrat am Höhepunkt des Abends die Bühne und enttäuschte die Gäste nicht. Die fünfköpfige Gruppe gab Party-Klassiker unter anderem von Green Day, den Toten Hosen und Guns n' Roses zum Besten. Als Erol Duman kurz vor Schluss, wie bei jeder Band, den wohlverdienten Raki auf die Bühne brachte, entschied er sich dann kurzerhand noch zu bleiben und tanzte (mit Gitarre um den Hals) zum Sound der Partyband - Stimmung pur.
Das Weißwurst-Frühstück mit den Paartaler Musikanten sorgte am Sonntag samt Amtsgerichtspolka und dem "böhmischen Traum" einmal mehr für weiß-blaues Flair im türkischen Biergarten, ehe das Kindermusical-Orchester von Wolle, Wiwi und Wawa die Bühne enterte. Proppenvoll war die "Arena" auch am dritten Abend. Überaus vielversprechend stand die Premiere von Dacor auf dem Festival-Programm. Eine neue, vielköpfige Aichacher Band, die durch perfekte Gesangs-Arrangements samt fulminanter und präziser Backline besticht. Coolios "Gangsta's Paradise" wird dabei ebenso erfrischend interpretiert wie Frank Sinatras "New York, New York", oder auch Ben E. Kings "Stand by me". Musik fürs feine Ohr, absolut dacor dargeboten. Gratulation!
Der Rest ist Open-Erol-Geschichte: R'n'R Noise Explosion griffen tief in die Plattenkiste puren, handgemachten Rock'n'Rolls mit viel Energie und brillanten Gitarrensoli, die Deutsch-Rocker von Adrenalin setzten den krönenden Abschluss: feinfühlig abgestimmte Eigenkompositionen, Texte mit Tiefgang, wie immer professionell dargeboten. Chapeau!

Von Mirjam Hörl und Robert Edler


Ausführliche Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land, aus Bayern und der Welt im E-Paper der Aichacher Zeitung. Hier bestellen.

Veröffentlicht am 10.06.2019 23:00 Uhr




 

Drucken   Speichern   Senden    Leserbrief