Fußball    

Mit Putz in die Bezirksliga

Pöttmes - Seit Mitte Januar Roman Artes und Eduard Keil überraschend ihr Traineramt beim damaligen Kreisliga-Tabellenführer TSV Pöttmes mit sofortiger Wirkung beendet haben, sind die Fußballer aus der Marktgemeinde auf der Suche nach einem neuen Mann auf der Kommandobrücke. "Wir haben viele Gespräche mit vielen Kandidaten geführt", blickt Granit Gabrica, der zusammen mit Johannes Brandner die Fußball-Abteilung führt, auf die vergangenen Monate zurück, die von einer langen Suche geprägt waren.


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Nach seiner Entlassung im vergangenen August in Adelzhausen wird Johannes Putz auch künftig in der Bezirksliga Nord arbeiten. Der 35-Jährige ist neuer Trainer des Aufsteigers und Rückkehrers TSV Pöttmes. Foto: Siegfried Kerpf


Als sich zu Beginn des Frühjahrs abzeichnete, dass die Saison 2019/21 nun doch abgebrochen wird, war dann nicht mehr ganz große Eile angesagt. Die Pöttmeser Verantwortlichen konnten in aller Ruhe den für sie geeigneten Mann suchen. Und sie haben ihn nach eigenen Aussagen jetzt gefunden: Johannes Putz wird neuer Trainer des Bezirksliga-Aufsteigers.
"Schon nach unserem ersten Gespräch war uns klar, dass wenn er uns zusagt, unser neuer Trainer wird", blickt Gabrica auf die erste Verhandlungsrunde mit Putz zurück. In die lange Suche war auch Klubsponsor Rudi Eitelhuber involviert, doch letztendlich hat Putz' Vorgänger Keil einen erheblichen Anteil daran, dass der ehemalige Aindlinger Landesliga-Fußballer nun in Pöttmes gelandet ist. "Ich bin noch immer begeistert davon, wie uns Edi hier unterstützt hat", lobt Eitelhuber Keil, der zur neuen Saison spielender Co-Trainer beim West-Kreisligisten SSV Glött wird. Keil ist noch immer eng mit seinen ehemaligen Pöttmeser Mitspielern verbunden. In der vergangenen Woche, als sich die Spieler der ersten und zweiten Mannschaft nach der langen Fußball-Abstinenz wieder zu einem Kick verabredeten, war Keil mit von der Partie.
Gabrica, 27, der seine Karriere nach einem 2018 erlittenen Kreuzbandriss beendet hat, war schnell klar, in Putz den richtigen Trainer gefunden zu haben: "Ich denke, dass er gut zu uns passt." Der 35-Jährige ist ein großer Freund davon, seine Mannschaften fußballerisch weiterzuentwickeln, wie er es auch bei seinem letzten Engagement beim BC Adelzhausen vorhatte. Sein Weg ist am Römerweg zunächst auch gut angekommen, von der Konkurrenz wurden die Autobahnanrainer oftmals für ihre Spielweise gelobt - einzig in den Ergebnissen hat sich das nicht niedergeschlagen; die Adelzhausener verbrachten viele Wochen und Monate auf einem direkten Abstiegsplatz.
Nach der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs und den ersten Testspielen im vergangenen August bröckelte schließlich die Bereitschaft des Teams, den Weg mit Putz weiterzugehen. Noch vor dem Re-Start wurde der Trainer, der in der Saison 2017/18 als Assistent von Sören Dreßler beim Bayernligisten Schwaben Augsburg arbeitete, unmittelbar vor einer Übungseinheit nicht nur nach seiner eigenen Auffassung völlig überraschend entlassen.
In Pöttmes hat er nun die Gelegenheit, seine Art und Philosophie, Fußball spielen und trainieren zu lassen, umzusetzen. Nach seinem Engagement in Adelzhausen kennt er die Bezirksliga Nord bestens. Allein die Vorgabe der Klubführung, nur mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben, wird Putz nicht genügen, er will den TSV fußballerisch voranbringen. Dann könnte auch etwas daraus werden, den TSV nach zwölfjähriger Abstinenz wieder in der Bezirksliga zu etablieren. Zu Beginn des Jahrtausends hatten Pöttmes' Fußballer ihre beste Phase, als sie zwischen 2002 und 2009 den höchsten Spielklassen des Bezirks angehörten, in der Saison 2004/05 gar in der BOL spielten. "Wir wollen in der Bezirksliga schnell Fuß fassen", sagt Gabrica. Zwei bis drei Verstärkungen wollen die Pöttmeser dafür noch an Land ziehen.

Von Herbert Walther


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Veröffentlicht am 01.06.2021 17:18 Uhr