Hollenbach    

Fußball in Gummistiefeln: TSV Hollenbach feiert 90. Geburtstag

Hollenbach - "Dieses Fest hat unsere Dorfgemeinschaft wieder hochgehalten", freute sich Stephan Haas, Vorsitzender des TSV Hollenbach, über das dreitägige Vereinsfest anlässlich des 90-jährigen Bestehens seines TSV Hollenbach. "Es war eine unglaubliche Hilfsbereitschaft da", lobte er, auch im Namen seiner Mitstreiter des Vorstandsteams, die etwa 120 freiwilligen Helferinnen und Helfer. Sie hatten sich gewaltig ins Zeug gelegt, um sich den zahlreichen Besuchern von Freitag bis Sonntag als angenehme Geburtstagsgastgeber zu präsentieren. Keine leichte Aufgabe, schließlich galt es mit der Kultparty am Freitag und der Bayern-1-Party am Samstag zwei riesige Events zu stemmen, die Partyzelt-Kulisse binnen weniger Stunden von Samstag auf Sonntag in einen gediegenen Mittagstisch zu verwandeln und am Sonntagmittag schließlich ein volles Festzelt kulinarisch zu verköstigen. Der größte Hollenbacher Verein meisterte diese Herausforderungen mit Bravour und sorgte für ein unvergessenes Geburtstagsfest.


Über 1500 überwiegend junge Besucherinnen und Besucher hielten sich am Freitag im und ums Festzelt am TSV-Sportgelände auf, tanzten oder genossen einfach nur die gut gewählte Musik von DJ Bartho aus Kühbach. Am Samstagnachmittag durfte der Nachwuchs sein fußballerisches Können unter Beweis stellen beim Haimer-Jugend-Cup für die Geburtsjahrgänge 2012 bis 2014 (Bericht folgt). Abends standen unter anderem alle drei TSV-Herrenmannschaften im Dauereinsatz bei der Bayern-1-Party mit dem bekannten Bayern-1-Moderator Jürgen Kaul. Zwar waren bei den TSV-Verantwortlichen aufgrund des Wetterumschwunges - am frühen Abend öffnete der Himmel seine Schleusen - berechtigte Befürchtungen aufgekommen, dass die Besucher womöglich ausbleiben könnten, dennoch standen wieder etwa 1300 Besucher, diesmal verschiedener Generationen, auf der Matte. Aus dem Gemeindebereich fehlten lediglich einige Feuerwehrmänner und -frauen, die ihre Feierlaune hinten anstellen und dafür den ein oder anderen vollgelaufenen Keller auspumpen mussten.
Wie schon am Vorabend des Geburtstagsfestes lief der Massenauflauf friedlich in geordneten Bahnen ab, die Security-Leute mussten kaum eingreifen. Noch in der Nacht beseitigten die fleißigen TSVler alle Spuren der beiden Partys, bauten Bars und Theken ab, reinigten den Boden und hinterließen am Sonntagmorgen ein blitzsauberes, bestuhltes Festzelt für den dritten und letzten Feiertag. Der begann mit einem gemeinsamen Festgottesdienst in der Hollenbacher Pfarrkirche St. Peter und Paul. Es war unschwer zu erraten, dass es sich diesmal um einen außergewöhnlichen Sonntagsgottesdienst handeln würde, im bestens gefüllten Gotteshaus versammelten sich vornehmlich Menschen gekleidet in rotkarierten Hemden, rot-weißen TSV-T-Shirts, Sweatshirts mit Vereinsemblem oder Vereinsjacken. Außerdem säumten zahlreiche gemeindliche Vereinsfahnen, getragen von uniformierten Fahnenabordnungen und Fahnenbegleitern, den Kirchenraum.
Natürlich ging auch Dekan Stefan Gast in seiner Predigt auf den Jubelverein und seine Hauptsportart, den Fußball, ein. Er hatte wichtige Fußballutensilien wie einen Ball, ein Trikot und eine Schiedsrichterpfeife mitgebracht und stellte Zusammenhänge zwischen dem Fußballsport, dem Leben und dem kirchlichen Glauben her. So gelte es nicht nur im Sport, am Ball zu bleiben, sondern auch im alltäglichen oder beruflichen Leben. Das einheitliche Trikot vermittle Zusammengehörigkeitsgefühl, wie es auch in Familie und Kirche gefordert sei. Die Schiedsrichterpfeife, so Gast, sei ein wichtiges Werkzeug, um die Regeln im Fußballsport einzuhalten. So müsse uns manchmal auch Gott stoppen und zurückpfeifen im Spiel des Lebens.
Nach dem kurzweiligen Festgottesdienst, musikalisch umrahmt von der Blaskapelle Sielenbach und der Hollenbacher Singrunde, setzte sich ein riesiger Festzug Richtung Sportgelände in Bewegung. Angeführt vom Musikverein Hollenbach-Inchenhofen, der zuvor bei der Aufstellung auch ein kleines Standkonzert ablieferte. 20 gemeindliche Vereine und Gruppierungen zogen mit ihren Fahnen - einzeln begrüßt vom TSV-Chef Stephan Haas und unter riesigem Applaus - ins Festzelt ein, das sich in wenigen Minuten bis auf den letzten Platz füllte. Haas ließ alle Gäste willkommen heißen, bedankte sich bei der großen TSV-Familie für den riesigen Zusammenhalt und begrüßte auch die anwesende BLSV-Kreisvorsitzende Brigitte Laske sowie Hollenbachs Bürgermeister Xaver Ziegler. Beide überbrachten dem Jubelverein in kurzen Worten ihre Glückwünsche und Anerkennung.
Ein kurioses Elfmeterschießen, an dem sich zwölf gemeindliche Vereine beteiligten, eröffnete das Nachmittagsprogramm. Alle Schützen mussten, um etwas mehr Chancengleichheit herzustellen, in Gummistiefeln antreten, was bei den zahlreichen Zuschauern mitunter für viel Gelächter sorgte.
Bei diesem Gaudi-Turnier erwies sich der Jubelverein, genauer gesagt die Vorstandschaft des TSV, zum ersten und einzigen Male während der drei Tage als schlechter Gastgeber, indem er vor dem FC Igenhausen den Turniersieg abräumte. Viele zog es danach wieder ins Zelt zu Kaffee und selbst gebackenem Kuchen, andere ließen sich das Fußball-Freundschaftsspiel zwischen dem TSV Hollenbach und dem drei Klassen höher in der Regionalliga angesiedelten TSV Rain (0:2) nicht entgehen. 120 Frauen und Männer halfen beim Fest

Von Walter Mika


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Veröffentlicht am 14.10.2019 23:00 Uhr




 

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