Aichach    

Freie Fahrt in Klingen

Klingen - "Eigentlich hätten wir das mit Blaskapelle und Freibier feiern müssen", sagte Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann gestern Mittag in Klingen, als die beiden sanierten Ortsdurchfahrten offiziell für den Verkehr freigebenen wurden. Mit dem Freibier war es Corona-bedingt nichts, es blieb beim obligatorischen Durchschneiden des Bandes im kleinen Kreis. Ein Blick auf die Geschichte und die Daten der Baumaßnahme macht aber deutlich, warum ein kleiner Festakt tatsächlich angebracht gewesen wäre.


OD-Klingen
Das Band ist durch. Die Ortsdurchfahrt Klingen eröffneten gestern offiziell (von links): Marianne Bahmer (Bauamt Aichach), Wolfgang Ostermair (Finanzverwaltung Aichach), Dritte Bürgermeisterin Brigitte Neumaier, Bauamtsleiterin Carola Küspert, Michael Mayr vom Ingenieurbüro Mayr, Bürgermeister Klaus Habermann, Christoph Eichstaedt (Staatliches Bauamt Augsburg), Zweiter Bürgermeister Josef Dußmann, Konrad Schneller (Straßenmeisterei Gersthofen) und Robert Kirnberger von der Baufirma Schweiger. Foto: Berndt Herrmann


Seit Frühjahr 2015 fanden Arbeiten statt, die in vier Abschnitte aufgeteilt waren, denn neben der Straße wurden auch die zum Teil über 50 Jahre alten Kanal- und Wasserleitungen erneuert. Während der gesamten Zeit musste aber die Ver- und Entsorgung der Gebäude sicher sein, außerdem sollten die Bewohner möglichst immer Zugang zu ihren Grundstücken haben. Das machte die Bauarbeiten komplizierter und langwieriger, zumal die Bebauung in Klingen entlang von Fuggerstraße und Blumenthaler Straße sehr dicht ist.
Sowohl Habermann wie auch Christoph Eichstaedt vom Staatlichen Bauamt dankten den Bürgern denn auch, dass sie die Belastungen durch die Arbeiten und die Umleitungen mitgemacht hätten. Dafür dürfe man mit dem Ergebnis aber auch sehr zufrieden sein.
Vor allem für die Fußgänger hat sich die Situation deutlich verbessert. Es gibt nun beidseitige Gehwege, und der Maibaumplatz wurde nicht nur umgestaltet, sondern es gibt nun auch eine Querungshilfe und ein neues Konzept für die dortige Bushaltestelle.
Im Kreuzungsbereich von Fugger-, Sielenbacher und Mauerbacher Straße sei aber nur eine Kompromisslösung möglich gewesen, erklärte Michael Mayr vom Ingenieurbüro Mayr. Der eigentlich geplante Kreisverkehr wurde nicht verwirklicht, weil die Stadt den dafür notwendigen Grund nicht erwerben konnte. Dafür gibt es nun eine zumindest angedeutete Querungshilfe in der Sielenbacher Straße und bald eine Fußgängerampel in der Fuggerstraße auf Höhe des Gasthauses Hartl, die in den nächsten Wochen installiert wird. Das Projekt hat nicht nur lange gedauert, sondern auch enorme finanzielle Dimensionen: Die Gesamtkosten liegen bei 7,6 Millionen Euro. Der Anteil der Stadt beträgt 4,6 Millionen für den Bau von Kanal und Wasserleitungen sowie die Gehwege, die Beleuchtung und die Bushaltestelle.

Von Dr. Berndt Herrmann


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Veröffentlicht am 13.09.2021 17:26 Uhr