Aichach    

Strafbefehl nach tödlichem Unfall

Aichach/Augsburg - Wegen fahrlässiger Tötung wurde eine junge Frau aus dem Landkreis Dachau nun zu einer Geldauflage von 90 Tagessätzen verurteilt. Das bestätigte der Augsburger Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai.

Am Nachmittag des Heiligabend im vergangenen Jahr war die damals 18-Jährige mit ihrem Mini zwischen Xyger bei Altomünster und dem Aichacher Ortsteil Klingen auf die Gegenfahrbahn geraten und frontal gegen den Ford Fiesta eines 68-jährigen Autofahrers aus dem sächsischen Großpösna geprallt. Der 68-Jährige starb noch am Unfallort, der kleine Neffe der 18-Jährigen wurde lebensgefährlich verletzt und musste an der Unfallstelle reanimiert werden. Die Mini-Fahrerin erlitt ebenfalls schwere Verletzungen (wir berichteten mehrfach).
Den Strafbefehl, den die Staatsanwaltschaft am Aichacher Amtsgericht beantragt hatte, akzeptierte die Frau, einen Prozess gibt es daher nicht. Wie Nickolai gestern betonte, hätten "die besonderen Umstände dieses Falls" dazu geführt, einen Strafbefehl im unteren Bereich zu beantragen. Zumindest juristisch ist der Fall damit abgehakt.
Tragisch genug ist er ohnehin. Matthias Nickolai spricht im Zuge des Unfallhergangs von einem "Spontanversagen" der jungen Frau. Eine Fehlreaktion infolge einer Ablenkung durch den kleinen Neffen, der damals noch kein Jahr alt war, oder Ähnliches könne die Unfallursache gewesen sein. Das sind zwar nur Mutmaßungen, man könne aber definitiv ausschließen, dass die Fahrerin durch ein Handy abgelenkt worden oder zu schnell unterwegs gewesen sei. Auch unter Drogen- oder Alkoholeinfluss stand sie nicht. Über den Gesundheitszustand des Neffen ist nichts bekannt.
Von Bastian Brummer


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Veröffentlicht am 18.09.2019 09:13 Uhr




 

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