Rehling    

Rehling trifft die Ukraine

Rehling - Die ukrainische Bevölkerung erfährt seit Wochen sehr viel Leid, der russische Angriffs-Krieg von Putin versetzt die Menschen in Angst und Schrecken und treibt Millionen in die Flucht. Über 1000 sind im Wittelsbacher Land gelandet, knapp 30 in Rehling. Die überwiegend Frauen und Kinder sind bei Privatpersonen untergebracht, 15 Geflüchtete fanden in einer Wohnanlage in Unterach Unterschlupf, der Rest ist auf die Ortsteile verteilt.


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An einer langen Tafel trafen sich im Oberacher Sportheim auf Einladung der Wirtin Geflüchtete und Helfer aus Rehling zum ukrainischen Abend. Foto: Josef Abt


Die TSV-Sportheimwirtin in den Lechtalstuben in Oberach ist gebürtige Ukrainerin, die schon seit Jahren in Deutschland lebt, aber sich täglich um ihre Familie sorgt, die noch in der Ukraine ist. "Gott sei Dank", wie Anzhelika Savoniuk betonte, "außerhalb des aktuellen Angriffsgebiets". Erfreut erzählte sie auch, dass ihre Mutter demnächst nach Rehling komme, um sie zu besuchen.
Die junge Sportheimwirtin und ihr Mann Josip Vidovic haben in den vergangene Wochen natürlich viele Kontakte geknüpft mit den hier lebenden Flüchtlingen. Nun hatte das Wirtspaar eine besondere Idee, es lud alle in der Gemeinde lebenden Flüchtlinge zu einem ukrainischen Abend ins Sportheim ein. Anzhelika und Josip haben keine Kosten und Mühen gescheut und die Gäste unter anderem mit ukrainischen Spezialitäten überrascht. Die anfängliche Schüchternheit an der langen Tafel war schnell verflogen. Eingeladen waren auch die Gasteltern sowie die beiden Vorsitzenden vom Verein "Bürger für Rehling", Xaver Hörmann und sein Vize Christoph Aidelsburger, der aber aus gesundheitlichen Gründen verhindert war. Wie Xaver Hörmann berichtete, haben alle in Rehling registrierten Flüchtlinge aus dem Topf dieses Vereines ein Startgeld in Höhe von 100 Euro erhalten. Damit konnten die Geflüchteten, die über Nacht und eigentlich mit Nichts hier angekommen waren, zumindest erste kleine Einkäufe und Besorgungen machen.
Mit dabei war auch die Leiterin der Aindlinger Mittelschule, Brigitte Beck. Etwa 20 ukrainische Kinder gehen dort zur Schule. Wie Beck erzählte, waren viele von ihnen psychisch schwer angeschlagen. Eine große Hilfe an diesem Abend auch Oksana Männel, die mit ihrem Mann Tekin Tokoglu eine Wohnanlage in Unterach für Geflüchtete zur Verfügung gestellt hat. Oksana Männel übersetzte die vielen Erzählungen der Flüchtlinge, die von ihrem Leid berichteten, aber gleichzeitig ihren Gasteltern den Dank für die spontane Aufnahme übermittelten.
Lob für deftige Schmankerl
Die eingeladenen Gäste ließen sich die aufgetischten Spezialitäten schmecken. Zu den Beilagen hatte der Wirt am Grill für deftige Schmankerl gesorgt, dafür wurde das Wirtsehepaar besonders gelobt. Alle Beteiligten waren der Meinung, einen tollen Abend erlebt zu haben, der von dem Leid in der Heimat und den dort herrschenden Kriegswirren ein wenig abgelenkt hat.
Der Wunsch aller ist natürlich: Sie wollen bald wieder in die Ukraine zurück, um zurückgebliebene Verwandte und Bekannte wieder in die Arme schließen zu dürfen.

Von Josef Abt


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Veröffentlicht am 20.05.2022 17:19 Uhr