Pöttmes    

"Ein Segen für Pöttmes"

Pöttmes - Im Dezember haben die Praxen im neuen Pöttmeser Ärztehaus bereits ihren Betrieb aufgenommen, nun folgte die offizielle Einweihung mit einem Tag der offenen Tür. Neben den lobenden Worten für den Neubau gab es auch deutliche Kritik an der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB), die wesentlich dazu beitrage, die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum auszudünnen.

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Zahlreich nahmen die Besucher aus Pöttmes und dem Umland die Gelegenheit wahr, sich das Ärztehaus anzusehen. Gekommen waren auch die politischen Vertreter: Landrat Dr. Klaus Metzger, die Landtagsabgeordneten Dr. Simone Strohmayr, Christina Haubrich und Peter Tomaschko gratulierten ebenso wie die Bürgermeister der benachbarten Gemeinden.
Pöttmes' Bürgermeister Franz Schindele blickte in seiner Begrüßung im eigens aufgestellten beheizten Zelt kurz zurück: Im vergangenen Kommunalwahlkampf sei die Notwendigkeit eines Ärztehauses bei allen Gruppierungen unstrittig gewesen, um die medizinische Versorgung zu sichern. Als es dem Dritten Bürgermeister Thomas Huber gelang, langfristige Mietverträge abzuschließen, musste es dann schnell gehen. Dem Spatenstich 2017 folgte die Ernüchterung, weil der Untergrund Probleme mit sich brachte. Doch trotz des Mehraufwands wegen der Entsorgung leicht belasteten Aushubs konnte man letztlich im Kostenrahmen bleiben.
Ein Dank ging an die Architekten, Fachplaner und Handwerker. Ausdrücklich erwähnt wurden dabei Bauleiter Martin Geck, Dritter Bürgermeister Thomas Huber und Peter Fesenmeir vom Bauamt.
Schindele betonte, die Marktgemeinde habe sich lange und umfassend über die Notwendigkeit eines Ärztehauses informiert und sich nicht von den Aussagen der Landes- und Bundespolitiker zur flächendeckenden medizinischen Versorgung auf dem Land beruhigen lassen. Diese Zusicherungen würden bei der Bevölkerung große Erwartungen wecken. Sie wiederum zu erfüllen, überlasse man aber den Kommunen. Vielmehr seien die Rahmenbedingungen so gesteckt, dass das Praxissterben auf dem Land weitergehen werde.
Für Pöttmes bedeutet die derzeitige Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereinigung, dass man aufgrund der Ärztedichte in Aichach selbst dann noch überversorgt sei, wenn in Pöttmes kein einziger Hausarzt mehr praktizieren würde. Da nicht mehr besetzten Arztpraxen nach sechs Monaten unwiederbringbar wegfallen, war eine Fortführung und Nachfolge der altersbedingt von Schließung betroffenen Praxen in der Moosrandgemeinde oberstes Ziel.

Von Wilhelm Wagner
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Veröffentlicht am 20.05.2019 00:00 Uhr




 

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