Obergriesbach    

Turmbau in Obergriesbach ohne Proteste

Obergriesbach - Die Nummer der Aichacher Polizei hatte Anton Sigmund schon in sein Handy eingespeichert. Falls wieder Funkturm-Gegner die Baustelle blockieren, wie sie es Mitte Dezember taten. Der Kühbacher, der für die Deutsche Funkturm das Projekt "Funkmast Obergriesbach" leitet, musste nicht anrufen. Das Aufstellen des 35 Meter hohen Trumms verlief gestern ohne Zwischenfälle. Rund sechs Stunden brauchte der Trupp, um den 27 Tonnen schweren Betonmasten in die Senkrechte zu bringen. In Betrieb geht er allerdings erst in einigen Monaten.


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Drei Anläufe brauchten die Lkw-Fahrer der Speditionsfirma, um mit ihrer 19 Tonnen schweren Ladung auf den Berg zu kommen. Bei den beiden ersten Versuchen blieb die Zugmaschne kraflos im Kiesweg hängen. Rechts: Steiger bringen die erste von zwei Platformen in 30 Metern Höhe an. Fotos: Wolfgang Glas


Am Dienstagabend hatte die "Interessengemeinschaft neuer Funkturm" noch einmal versucht, mittels Gemeinderatsbeschluss den Bau zu verhindern. Ihr Antrag, den Zugang zum gemeindlichen Grundstück zu untersagen, fiel aber durch. Zwischenzeitlich wurde erwogen, Traktoranhänger in die Wiesen neben der Zufahrtsstraße zu stellen, damit die überlangen Sattelschlepper, die die Masten anliefern, nicht um die Kurve kämen. Man verwarf den Plan. Das Aufstellen wurde zwar von einer Handvoll Schaulustiger beobachtet, Protestaktionen oder Anfeindungen gab es aber keine.
Jetzt steht er also, der Sendemasten, der Obergriesbach und Zahling künftig mit Mobilfunk für Telefonie und Internetnutzung versorgen soll. Ein Standardturm sei es, sagt Toni Sigmund, der eine Fläche mit einem Radius von einem Kilometer abdecke. Die von den Funkturmgegnern ins Spiel gebrachte Leistung von 36 000 Watt bezeichnet Sigmund als "absurd. Selbst der Olympiaturm in München hat nur 60 000 Watt." Frank-Peter Käßler, der Kommunalbeauftragte der Telekom für Bayern, sagt: "Wir errichten solche Masten alle zwei bis drei Kilometer. So entsteht ein flächendeckendes Netz." Der Obergriesbacher Masten, der den bestehenden auf der ehemaligen Brauerei ersetzt, erreiche genau den Ort, mehr nicht.

Der ausführliche Bericht in der Freitagausgabe der Aichacher Zeitung und im E-Paper.



Von Wolfgang Glas


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Veröffentlicht am 25.02.2021 16:45 Uhr