Obergriesbach    

Obergriesbach legt Grünpflege in die Hände von Fachkräften

Obergriesbach - Bienensterben und dramatischer Rückgang der Artenvielfalt. Vor diesem Hintergrund haben die Obergriesbacher Gemeinderäte am Dienstagabend eine Entscheidung getroffen, die Vorbildcharakter für weitere Gemeinden im Landkreis haben könnte: Sie legten die Pflege der gemeindlichen Grünflächen in die Hände von Fachkräften und übergaben sie dem Landschaftspflegeverband Aichach-Friedberg.


Die Kosten belaufen sich jährlich auf etwa 3000 Euro. Die Entscheidung war einstimmig. Der Vertrag gilt zunächst für ein Jahr. "Dann sehen wir weiter", sagte Zweiter Bürgermeister Daniel Schulz, der den immer noch erkrankten Bürgermeister Josef Schwegler vertrat.
"Unser Ziel ist es, die Lebensräume und Artenvielfalt der seltenen Tier- und Pflanzenwelt im Landkreis zu erhalten", betonte Angela Rieblinger, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbands. Das ginge freilich nicht alleine, sondern nur im Zusammenspiel von Politik, Naturschutz und Landwirtschaft. In der Gemeinde Obergriesbach gebe es im Paartal und dem sandigen Hügelland einige Besonderheiten zu beachten. "Nasse und trockene Flächen sind bevorzugte Lebensräume für seltene Tierarten", erklärte die Fachfrau. Dazu wollte sie schöne Fotos zeigen. Das klappte aber nicht, weil der Overheadprojektor nicht funktionierte. Dafür gab es für jeden Gemeinderat das Buch "Naturschätze im Wittelsbacher Land". Viele Maßnahmen, die der Landschaftspflegeverband erfolgreich durchgeführt hat, sind darin aufgelistet.
Insbesondere handelt es sich bei den zu pflegenden Gebieten um Ausgleichsflächen, die für menschliche Eingriffe in die Natur geschaffen wurden. "Das ist ganz besonders wichtig", hob Rieblinger hervor. "Wir übernehmen auch die Umweltbildung an Schulen."
Der Landschaftsverband achte darauf, dass die Pflege fachkundig ausgeführt werde. Die Arbeiten werden an Landwirte vor Ort übergeben. "Wir weisen sie an, was zu tun ist. Welche Wiese gemäht werden muss, und welches Gras oder welche Pflanzen stehen bleiben dürfen", betonte die Geschäftsführerin.
Das ginge allerdings nicht kostenlos. Der Landwirt vor Ort stellt seine Rechnung an den Landschaftspflegeverband, der sie nach Prüfung an die Gemeinde weitergibt.
In Obergriesbach sind etwa zwei Hektar, aufgeteilt in fünf Flächen, zu pflegen. Dafür würden etwa 3000 Euro jährlich an Kosten fällig werden. "Wenn die Bauhofarbeiter die Arbeiten durchführen sind wir von den 3000 Euro nicht weit weg", meinte Zweiter Bürgermeister Daniel Schulz.

Von Alfred Haas


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Veröffentlicht am 18.09.2019 09:13 Uhr




 

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