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FCP besiegt BCA: Derbyheld Holzhammer

Aichach – Als die Dämmerung über dem ehrwürdigen BCA-Platz hereinbrach, bat der FC Pipinsried zum Tanz. Die Schützlinge von Spielertrainer Tobias Strobl feierten nach einem packenden Bayernligaderby, das sehr viel Gesprächsstoff hatte, ausgelassen ihren 2:1 (0:1)-Sieg beim Liga-Primus BC Aichach. Für den Ballspiel-Club war es die erste Heimniederlage in dieser Saison.


<p>Derbyheld Holzhammer </p>

BCA-Abwehrchef Andreas Brysch (rechts) versucht Michael Holzhammer zu stoppen. Umsonst. Der Pipinsrieder Angreifer entschied mit seinen beiden Toren das Bayernligaderby zugunsten für Gelb-Blau. Foto: Reini Rummel


„Gebt mir ein H“, stimmte FCP-Spielführer Dominik Schön, kniend auf dem Rasen, den Siegestanz lautstark an. „Einfach super, wie wir nach der Halbzeit das Spiel gedreht haben“, schwärmte ein völlig ausgepumpter Pipinsrieder Spielertrainer Tobias Strobl, „allerdings hat uns die rote Karte gegen die Aichacher dabei begünstigt.“

Genau der Platzverweis gegen den Aichacher Schlussmann Michael Lutz (57.) war die Schlüsselsituation in einem bis dahin fast einseitigen Derby. Der Spitzenreiter hatte in der intensiv geführten Partie den Gast im Griff und führte durch einen Treffer von Franz Hübl zum Seitenwechsel verdient mit 1:0. Dann aber zückte der Unparteiische Wolfgang Haslberger (St. Wolfgang) die rote Karte, die BCA-Coach Marco Küntzel nicht nachvollziehen konnte. „Das Schiedsrichtergespann ist für so ein Derby in der Bayernliga nicht tragbar. Die haben das Spiel kaputt gemacht“, wetterte er in Richtung der Unparteiischen.

Lutz war aus seinem Strafraum geeilt, um einen Angriff der Pipinsrieder abzufangen (siehe auch eigenen Bericht). Michael Holzhammer setzte nach – und nach dem Pressschlag mit dem FCP-Angreifer sprang Lutz der Ball an die Hand, ehe ihn der BCA-Torhüter dann ins Toraus schoss. Der Unparteiische entschied zunächst auf Fortsetzung des Spiels, als sein Assistent Muharrem Yildiz immer noch die Fahne hob. Nach kurzer Rücksprache zog Haslberger dann zum Entsetzen der Aichacher „Rot“ und das Drama nahm für den Spitzenreiter seinen Lauf.

Der BCA sah sich in der Anfangsphase einem sehr aggressiven Gast gegenüber, der die Zweikämpfe suchte und die Aichacher damit im Spielaufbau frühzeitig störte. Mit zunehmender Spieldauer bekam der Spitzenreiter aber Zugriff aufs Spiel. FCP-Schlussmann Tobias Antoni stand nun im Mittelpunkt. Hervorragend reagierte er bei Schüssen von Sebastian Mitterhuber (22) und Torjäger Sebastian Kinzel (24.). Eine Glanztat vollbrachte Antoni bei einem Kinzel-Freistoß (26.). Und nach einer Doll-Flanke boxte er Kinzels Kopfball aus dem Torwinkel (27.). Pipinsried stand nun arg unter Druck. Wieder versuchte es Kinzel mit einem strammen Drehschuss – Endstation war erneut der starke Antoni. Den anschließenden Eckball zog Mitterhuber auf den langen Torpfosten. Hübl sprang in den Ball und mit einem Kopfallaufsetzer traf er zum 1:0. Und fast wäre dem BCA vor dem Wechsel noch der zweite Treffer geglückt. Christian Adriano-wytsch fälschte den Distanzschuss von Mitterhuber ab, aber Antoni klärt erneut mit einem starken Refelx.

In der Pause hatten die Pipinsrieder ihrem Spielertrainer Strobl wohl aufmerksam zugehört. Mit frischem Elan und neuem Selbstvertrauen ging der FCP in den zweiten Durchgang. Mit der Hinausstellung von Lutz läutete der Unparteiische die Wende ein. Für Lutz streifte sich Nachwuchskeeper Noris Höflmair in der nun aufkommenden Hektik die Torwarthandschuhe über. Und er hatte beim ersten Schuss Glück, als der Freistoß von Dominik Schön den Querbalken des Aichacher Gehäuses wackeln ließ. Sieben Minuten später ging der junge Aichacher Schlussmann zu ungestüm gegen Pipinsrieds Serge Yohoua zu Werke, der die Einladung im Strafraum dankend annahm. Haslberger musste auf Elfmeter entscheiden, den Holzhammer sicher zum 1:1 verwandelte.

Und nun wollte der FC Pipinsried mehr. Zunächst verhinderte Hübl mit einem langen Schritt vor Arthur Kubica Schlimmeres (69.). Im Gegenzug forderten nun die Aichacher einen Strafstoß, als der quirlige Michael Guggumos in den Strafraum drängte und von einem Pipinsrieder getroffen wurde – der Pfiff blieb aber aus. Und dann schlug Pipinsried noch einmal zu. Über die rechte Außenbahn preschten die Gäste in Richtung Aichacher Strafraum. Schön zog den Flankenball stramm vors Tor. Holzhammer hielt den Kopf hin, wuchtete den Ball ins Aichacher Tor und wurde so zum Derbyhelden – 1:2 (82.).

Noch ist die Partie aber nicht beendet. Kinzel legte sich an der Strafraumkante den Ball zum Freistoß zurecht. Drei kurze Schritte Anlauf und der Ball segelte in die lange Ecke – dort aber streckte sich Antoni und drehte den Ball mit einer Glanzparade um den Pfosten. Dann war Schluss und gleichzeitig der Beginn des Pipinsrieder Siegestanzes.

BC Aichach: Lutz, Hübl, Brysch, Krammel – Benede, Hutterer – Rabihic (58 Höflmair), Mitterhuber, Suszko (69. Liebsch) – Kinzel, Doll (61. Guggumos).

FC Pipinsried: Antoni – Finkenzeller, Adrianowytsch, Atilgan, Wünsch – Zischler (48. Yohoua), Strobl (79. Grahammer) – Ibrahim (77. Goia), Kubica, Schön – Holzhammer.

Tore: 1:0 Hübl (29.), 1:1 Holzhammer (64./Foulelfmeter), 1:2 Holzhammer (82.) – Schiedsrichter: Haslberger (St. Wolfgang) – Zuschauer: 600 – Gelbe Karte: Benede, Brysch, Krammel/Schön, Holzhammer, Kubica, Grahammer – Rote Karte: Lutz (57./Aichach/Handspiel außerhalb des Strafraums).

Von Reini Rummel


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Veröffentlicht am 29.09.2013 21:17 Uhr