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FCP kocht auf Sparflamme

Pipinsried – „Nicht Fisch, nicht Fleisch“, lautete das Urteil eines gelb-blauen Fan nach den langen, wenngleich nicht langweiligen 92 Minuten, in denen sich die Teams aus Pipinsried und Unterföhring beharkt hatten. Angesichts der feuchten Witterung war es wohl eher Fisch, was die 450 Zuschauer im bestens gefüllten Rund an der Reichertshauser Straße zu sehen bekamen. Schmackhaft, aber mit vielen Gräten, um im Bild zu bleiben.


<p>FCP kocht auf Sparflamme </p>

Mit viel Engagement ging FCP-Stürmer Pirmin Lechthaler (links) gegen seinen Ex-Klub Unterföhring zur Sache, wie hier Ünal Tosun erfahren musste. Allein, es mangelte an zählbaren Resultaten, wie auch Zeuge Michael Holzhammer konstatieren musste. Foto: Horst Kramer


Was keinem der beiden Trainer schmecken konnte, war die Abwehrleistung ihres jeweiligen Teams. Auf den ersten Blick etwas überraschend für die Pipinsrieder Seite, denn die Vierer-Abwehrkette plus Tormann war identisch der Dienstags-Aufstellung. Der wesentliche Baustein fehlte indes davor: Abräumer Max Zischler hatte sich beim Aufwärmen verletzt. Statt seiner kam Arthur Kubica von Anfang an zum Zuge, eigentlich wollte Strobl den Urlaubsheimkehrer erst nach einer Stunde bringen. Die Defensive war nun wackliger, die Offensive wusste derweil nicht so recht, was sie mit den vielen Akteuren anfangen sollte. Vorne standen sich nun mit Pirmin Lechthaler, Michael Holzhammer und dem nachdrängenden Kubica gleich drei Kicker auf den Füßen. Doch zu viele Köche verderben bekanntlich den Brei bzw. den Fisch: Kein einziger Pass in die Spitze kam an, die beiden Torjäger verhungerten förmlich.

Die Münchner Vorstädter machten es besser. Ihre wenigen Angriffe waren klug vorgetragen: Sie nutzten das Loch in der Mitte und ihren spielerischen Vorteil auf der rechten Seite. Ihr auffälligster Mann vor der Pause, Albion Vrenezi, machte Dominic Wünsch (der weiterhin verletzte Andreas Götz saß auf der Tribüne) das Leben schwer. Nach 22 Minuten hatten die Gäste drei dicke Chancen auf dem Zettel stehen (8., 11., 22.), auf der anderen Seite hatte der neue FCU-Keeper Andreas Herz wenig zu tun bekommen. Erst ein Solo Kubicas ließ den Dorfklub-Anhang raunen, auch wenn es an einem greifbaren Abschluss mangelte (23.). Dennoch, die Aktion des Ex-Heimstetters wirkte als eine Art Weckruf: Holzhammer (30., per Kopf) und zwei Mal Schön (34., 37.) hätten mit etwas Glück jubeln dürfen. Gleich darauf musste allerdings Tobias Antoni Kopf und Kragen riskieren, da er fast an der Strafraumgrenze klären musste (39.).

Der Halbzeitpfiff war zum Greifen nah, als es plötzlich klingelte. Und zwar gleich zwei Mal. Erst überwand der FCU-Zehner Andreas Faber den FCP-Schlussmann aus 13 Metern von halbrechts (0:1, 43.) – sein Aufpasser Martin Finkenzeller hatte den quirligen Mittelfeldmann kurzzeitig aus den Augen verloren. Aus dem schieren Nichts fiel gleich darauf der Ausgleich: Ausgerechnet FCU-Keeper Herz legte für Schön auf, der sich mit einem Volleyschuss aus 17 Metern bedankte (1:1, 45.). Ausgerechnet deswegen, weil der Föhringer Trainer Walter Werner erst vor Wochenfrist Tormann Michael Beck aussortiert hatte mit der Begründung, der mache zu viele Fehler.

Nach der Pause wurde die Partie fahriger: Die zwei Mannschaften gaben sich redlich Mühe, an Torgelegenheiten war nun auch kein Mangel – zumeist nach einem Ballverlust auf der Gegenseite. Besonders bei den Pipinsriedern hatte man den Eindruck, dass einige Spieler auf dem Zahnfleisch daher kamen. Strobl wechselte zwar drei Mal aus, doch drehen konnte er die Partie nicht mehr. Ein bisschen Pech kam noch dazu: Bei einem weiten Ball stieß der Föhringer Schlussmann FCP-Goalgetter Holzhammer regelrecht über die Torlinie, um ihn an einem Kopfball zu hindern; danach räumte er auch gleich noch Schön ab (56.). Ein Pfiff blieb aus.

Allerdings auch auf der anderen Seite, als Antoni den schnellen Ünal Tosun im Strafraum von den Beinen holte (59.). Der Rest war durchaus unterhaltsam: Zum Beispiel als Segashi das Leder sechs Meter vor Antonis Kasten über den Spann rutschte (65.) oder als Holzhammer zwar Herz überwand, aber Andreas Brandstetter vor dem nachsetzenden Serge Yohoua auf der Linie rettete (72.). Taner Yürükgeldi setzte ein Ausrufezeichen mit einem 23-Meter-Freistoß (75.). Die dickste Gelegenheit verdaddelte allerdings Holzhammer, der in der Nachspielzeit allein auf den Föhringer Torhüter zuging, ihn aber nicht überwinden konnte (90.+1).

FC Pipinsried: Antoni – Finkenzeller, Adrianowytsch, Atilgan, Wünsch (79. Uselmann) – Strobl – Schön, Kubica, Ibrahim (70. Yürükgeldi) – Holzhammer – Lechthaler (46. Yohoua).

FC Unterföhring: Herz – Schlottner, Brandstetter, Eder, Mayer – Tosun, Kain – Vrenezi, Faber, Segashi – Cucic (73. Hollering).

Tore: 0:1 Faber (44.), 1:1 Schön (45.) – Schiedsrichter: Beretic (Friedberg) – Zuschauer: 450 – Gelbe Karte: Strobl/ Faber.



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Veröffentlicht am 08.09.2013 21:45 Uhr