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FC Pipinsried: alles wieder offen

Pipinsried – So richtig freuen wollte sich niemand auf Pipinsrieder Seite nach dem klaren 3:0 (2:0)-Sieg gegen den SV Mering. „Wohl ein bis zwei Tore zu hoch“, bezeichnete FCP-Spielertrainer Tobias Strobl den Erfolg. „Das hätte auch 5:5 ausgehen können“, raunte der Klub-Zampano Konrad Höß düster. Beide hatten durchaus recht. Und auch Merings Coach Günter Bayer übertrieb nur wenig, als er behauptete: „In der zweiten Halbzeit hat nur ein Team gespielt, der SV Mering.“


<p>Alles wieder offen </p>

Benjamin Wilhelm (links, rechts Merings Christian Luichtl) war bei Pipinsrieds 3:0-Erfolg über den SV Mering zwei Mal erfolgreich. Foto: Horst Kramer


Doch unter dem Strich gilt im Fußball eine Regel: Wer die Tore schießt, gewinnt. Und wer drei Tore schießt und keines zulässt, gewinnt verdient.

Wie schon so häufig legten die Gelb-Blauen einen glänzenden Start hin: Und schon zum dritten Mal gab Ilias Panagiotidis den Türöffner. Sein 1:0 aus sieben Metern wirkte zwar abseitsverdächtig, doch der Linienrichter ließ die Fahne unten (1:0, 8.). Und während noch alle diskutierten, zappelte das Leder ein zweites Mal im Meringer Netz. Diesmal hatte Benjamin Wilhelm aus zehn Metern ins lange Eck geballert (2:0, 10.).

Nach diesem Doppelschlag waren die Meringer mehr als angeknockt – doch statt ihre Gäste endgültig zu Boden zu schicken, fingen die Gelb-Blauen zu tändeln an: Mittelfeldduelle wurden verloren, unnötige Zweikämpfe gesucht. Mit einem Wort: Die Linie war weg.

Die Gäste erholten sich prompt auf wundersame Weise und hatten plötzlich mehr vom Spiel: Zwei Mal hätte es fast bei Thomas Frahner geklingelt (30., 40.). Der Ingolstädter hütete für den lädierten Tobias Antoni das Tor. Er hatte wie das gesamte Team das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite. „Ich muss mir unsere Passivität nach der Führung selber ankreiden“, bekannte Strobl nach dem Abpfiff: Er war offensichtlich schwer erkältet und daher nicht in der Lage, seinen Mannen ein Vorbild zu sein. Nach dem Seitenwechsel kickte Arthur Kubica an seiner Stelle – allein, die Lage wurde nicht besser. Mering hatte Blut geleckt und wollte mehr.

Womöglich wäre die Partie gekippt, wenn Admir Hajdarevic eine seiner Chancen genutzt hätte (51., 53., 56.). Statt seiner entschied sein Mannschaftskollege Amir Mozaffari das Match. Der Innenverteidiger säbelte Wilhelm zehn Meter hinter der Mittellinie um. Und da Mozaffari schon in der ersten Hälfte den gelben Karton gesehen hatte, durfte er vorzeitig zum Duschen gehen (63.).

Kurz darauf machte sein Gegenspieler Wilhelm alles klar: Der Augsburger nahmen einen weiten Frahler-Abschlag auf, eilte durch die lichten Meringer Reihen, versetzte SVM-Schlussmann Adrian Wolf und spazierte samt Leder über die Torlinie (3:0, 71.).

Wie bestellt patzten zeitgleich die Nördlinger in Manching (1:2). Schon am Samstag war Gundelfingen über Durach gestolpert (0:1). Der FCP liegt nun wieder bestens im Aufstiegsrennen: Bei einem Spiel weniger gegenüber dem Zweiten Gundelfingen liegt er nur noch zwei Punkte hinter den Donaustädtern, jedoch vor Landsberg (47 Punkte/27 Spiele) und Nördlingen (45/27). Nur der SV Raisting (58/27) ist wohl schon zu weit enteilt.

FC Pipinsried: Frahner – Finkenzeller, Sandner, Weiser, Atilgan – Imsak, Strobl (46. Kubica), Wilhelm, Panagiotidis (59. Ibrahim), Schön – Holzhammer (74. Schreiner).

SV Mering: Wolf – Merk, Mozzafari, Steinberger, Lopatkiewicz – Gocevic (67. Michel Fiorentini), Bulik – Obermeyer, Luichtl, Huber (75. Zambak) – Hajdarevic (58. Barbano),

Tore: 1:0 Panagiotidis (8.), 2:0 Wilhelm (10.), 3:0 Wilhelm (71.). – SR: Spyra (Erding). – Z.: 250. – Gelbe Karte: Sandner, Schön – Luichtl. – Gelb-rote Karte: Mozaffari (63.).

Von Horst Kramer


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Veröffentlicht am 14.04.2013 22:12 Uhr