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Es brodelt schon wieder in Pipinsried

Pipinsried – Vermutlich wurde gestern Abend in Pipinsried hinter verschlossenen Türen noch heftig diskutiert. Während Trainer Jürgen Schäfer nach dem 0:2 (0:1) gegen den TSV Schwabmünchen seiner Truppe keine Vorwürfe machen wollte, sah sein Boss, Konrad Höß, die Sache ganz anders: „So darf man nicht auftreten – das war ziellos, planlos und kopflos.“


<p>Es brodelt schon wieder in Pipinsried </p>

FCP-Torhüter Johannes Steiner streckt sich vergeblich, musste das 0:2 hinnehmen. Im Hintergrund der Ex-Aindlinger Manuel Müller, der den Schwabmünchner Führungstreffer erzielte und das zweite Tor vorbereitete. Foto: Horst Kramer


Schäfer wollte sich offensichtlich schützend vor seine Truppe stellen, schoss dabei aber ein wenig über das Ziel hinaus, als er konstatierte: „Wir waren klar das bessere Team und haben den Gegner beherrscht.“ Sein Team hatte zwar mehr Ballbesitz – das hatte der Scheyerner richtig gesehen –, aber spielerische Vorteile konnten sich seine Mannen nicht erarbeiten.

Natürlich traten die Menkinger defensiv ausgerichtet an. Vorne spielte der Ex-Aindlinger Manuel Müller den Alleinunterhalter – und zwar hervorragend. Mit Andreas Rucht und Michael Fischer standen dahinter und daneben allerdings auch zwei Kicker bereit, die Räume rissen und Pässe servieren konnten. Dazu machten die Menkinger Defensivreihen in der Mitte alles dicht. Immer wieder scheiterten die Schäfer-Mannen bei ihren Versuchen, diesen Wall mit Kurzpassspiel und Dribblings zu überwinden. Das führte zwangsläufig zu Ballverlusten und zu gefährlichen Situationen. Wie beim 0:1. Stefan Horky verlor das Leder in der Vorwärtsbewegung, die Menkinger benötigten genau zwei Ballkontakte, um in Führung zu gehen. Natürlich durch Müller (0:1, 35.). Johannes Steiner hatte gegen dessen Schuss aus acht Metern keine Chance.

Wobei die Gastgeber zuvor zweimal gefährlich vor Sebastian Steidles Kasten aufgetaucht waren: Gleich in der zweiten Minute verfehlte Qemajl Beqiri nach einer Kubica-Ecke von links knapp; nach einer halben Stunde schlug der Kosovare eine Ecke von rechts auf den Kopf von Dominik Schön, der den Ball Richtung langen Pfosten verlängerte, wo Horky lauerte. Hätte der Berufssoldat größere Schlappen angehabt, hätte er wohl einen Treffer erzielt (30.).

Nach der Pause sahen die Gelb-Blauen genau zweimal richtig gut aus: Beide Male konnte sich Michael Hutterer auf dem rechten Flügel durchsetzen und flankte gefährlich vor das Menkinger Tor. Doch dort war niemand, der sich behaupten konnte. Michael Funk blieb blass, auf weitere Strafraum-Akteure musste man bis zur Schlussphase warten. Dann brachte Schäfer den 19-jährigen Andrej Kubicek und Innenverteidiger Christian Weiser. Bezeichnend, denn weitere Stürmer saßen nicht auf der Bank. Weder Michael Holzhammer noch Shpetim Sulimani standen im Aufgebot.

So war die Partie mit dem 0:2 eigentlich gelaufen. Auch dessen Zustandekommen war typisch: Ausgerechnet Manfred Leidenberger vertändelte das Leder im Mittelfeld; der Kapitän setzte zwar sofort nach und unterband die nächste Aktion der Gäste, jedoch auf Kosten eines Freistoßes. Die Schwaben führten kurz und schnell aus, Müller setzte sich rechts im zweiten Versuch gegen Erkan Atilgan durch und lupfte das Leder vor das Tor. Dort stand Janis Danke mutterseelenallein, stieg hoch und drückte ein (0:2, 63.).

Im vergangenen Herbst hätte man den Pipinsriedern zutrauen können, so ein Spiel noch zu drehen. Gestern jedoch nicht. Im Grunde waren alle Akteure froh, als Referee Frank Seitz abpfiff. TSV-Manager Germar Thiele herzte seinen Trainer Guido Kandziora überschwänglich. Der attestierte seinen Mannen ein diszipliniertes Auftreten und einen verdienten Sieg.

Schäfer wiederum wollte seine Truppe nicht schelten, sprach von Schusspech und einer guten Leistung, trotz allem. Er ahnte schon, dass er sich noch rechtfertigen werden müssen. Denn sein Chef malte die unmittelbare Zukunft in düsteren Farben: „Wenn sich jetzt sofort nichts Entscheidendes ändert, treten wir nächste Woche gar nicht erst in Aichach an. Wenigstens blamieren wir uns dann nicht.“

FC Pipinsried: Steiner – Hutterer, Adrianowytsch, Atilgan, Leidenberger (85. Karabudak) – Horky, Sandner – Beqiri (64. Kubicek), Kubica, Schön – Funk (75. Weiser).

TSV Schwabmünchen: Steidle – Mader, Dischl, Bayerl, Ziegler – Danke, Zerle, Bea (80. Frey) – Fischer, Rucht – Müller (89. Holzer).

Schiedsrichter: Seitz (Pollanten).

Zuschauer: 250.

Tore: 0:1 Müller (35.), 0:2 Danke (63.).

Gelbe Karten: Hutterer – Zerle, Rucht, Fischer.

Von Horst Kramer


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Veröffentlicht am 11.03.2012 21:02 Uhr