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Aindling kontert Rain aus

Aindling – Die junge Aindlinger Mannschaft macht weiter von sich reden. Auch ohne die Säulen Tobias Völker und Sebastian Szikal baute sie gestern Abend mit dem 4:1 (2:0) über den TSV Rain in beeindruckender Manier die niederlagenfreie Reihe in der Bayernliga auf sieben Spiele aus und zerstörte zugleich die Serie des Gegners, der vorher ebenfalls sechsmal nicht verloren hatte. Ihre leichte optische Überlegenheit half den Rainern nichts, weil Aindling ungleich effektiver war. In einem kompakten Siegerteam setzten Sebastian Fischer (ein Tor, zwei Torvorlagen) und Marcel Ebeling (zwei Treffer) die entscheidenden Akzente.


<p>Aindling kontert Rain aus </p>

Marcel Ebeling (Nr. 21) und Simon Huber (Nr. 3) kommen zum Gratulieren. Soeben hat Benni Woltmann (links) sein erstes Bayernligator für Aindling erzielt. Rains Andreas Götz schaut ziemlich bedient herüber. Foto: Siegfried Kerpf


Wie erwartet, übernahm Benni Neumann anstelle von Völker (auf einer Messe in Hannover) den Part neben Sergej Scheifel im Abwehrzentrum, Simon Huber verteidigte links, Daniel Söllner rechts. Für Szikal (Prüfung fürs Studium in Berlin) kam Ervin Okanovic ins Team als zweiter Sechser neben Benni Woltmann. Auch neu in Aindlings Anfangself gegenüber Ismaning war Kilian Huber im linken Mittelfeld. Trainer Stefan Anderl verzichtete also darauf, einen zweiten Stürmer zu nominieren, was er ins Auge gefasst hatte, und wählte statt dessen die etwas defensivere Variante.

Vor der Saisonrekordkulisse von 950 Zuschauern legten beide Mannschaften gleich den Vorwärtsgang ein, ein betulicher Start war nicht gefragt, Rain, wie gewohnt im 4-3-3, hatte nach fünf Minuten die erste dicke Chance. In wirklich letzter Instanz gebot Scheifel Simon Clari im Strafraum Einhalt. Die Aufregung über diese Szene war noch gar nicht richtig abgeebbt, da lag Aindling auch schon 1:0 vorne. Quasi mit seiner Rettungstat leitete Scheifel den Konter ein. Sebastian Fischer legte den Ball ideal in den Lauf von Marcel Ebeling, der aus 16 Metern ganz cool flach ins rechte Eck abschloss. "Das war abgezockt", kommentierte Anderl  Ebelings siebtes Saisontor. Es war zu spüren, wie die Führung den Gastgebern zusätzliches Selbstvertrauen verlieh. Das war indes auch notwendig, denn die Lechstädter waren ein Widersacher auf Augenhöhe, wie es prophezeit worden war. In puncto Spielanteile hatten sie sogar Vorteile. Aber Aindling verlieh seinen Offensivaktionen mehr Nachdruck. Wie in der 21. Minute, als Fischer auch das 2:0 vorbereitete. Seinen weiten Effet-Freistoß (nach Foul an Kilian Huber) von der linken Seitenlinie köpfelte Woltmann aus acht Metern reichlich unbedrängt halbhoch ins linke Eck. Das Tordebüt war der verdiente Lohn für Woltmanns hervorragende Leistungen in den letzten Wochen. Rain drängte die Aindlinger fortan etwas zurück, die die Kontrolle über das Geschehen aber nicht verloren. Auch ohne Völker (für ihn war Thomas Geisler Kapitän) und Szikal präsentierte sich die rot-weiße Defensive in starker Verfassung, ließ Rains Drei-Mann-Sturm mit Alexander Schneider, Volker Cantürk und Clari nicht zur Entfaltung kommen.

Ergo musste eine andere Abteilung die Gäste ins Spiel zurückbringen. Linksverteidiger Andreas Götz verkürzte nach Alexander Egens Hereingabe zwei Minuten nach Wiederbeginn auf 1:2. Dieser Treffer war gar nicht nach dem Geschmack der Aindlinger, weil er die Rainer sichtlich beflügelte. Der Gastgeber geriet kurzfristig in Bedrängnis, aber Clari scheiterte auch bei seinem zweiten aussichtsreichen Versuch, diesmal am rechten Außenpfosten (56.). Erneut hatte Aindling auf einen vergebenen Rainer Hochkaräter eine treffliche Antwort parat. Nach Doppelpass mit Phillip Eweka versenkte Fischer den Ball aus 17 Metern präzise im linken Eck (57.).

Rain investierte danach noch mehr in die Offensive, war darob anfällig für schnelle Gegenstöße. Simon Huber ritt zusammen mit Ebeling einen über links und wurde im Strafraum von Bernd Taglieber gefoult. Nach zwei Assists strebte Fischer gegen seinen Ex-Klub auch nach dem zweiten Tor, aber Maschke parierte seinen Elfmeter (64.).

Das vierte Tor war aber nur aufgeschoben und nicht aufgehoben. Ebeling war nur zwei Minuten später dafür zuständig. Nach einem Kabinettsstückchen, mit dem er am Elfmeterpunkt zwei Rainer austanzte, schoss er den Ball kurzentschlossen flach zum 4:1 ins Netz. Die Tribüne war aus dem Häuschen. Vier Tore hatte ihre Mannschaft in dieser Saison zu Hause noch nie erzielt, auswärts einmal in Seligenporten.

Benni Neumann, der auf die Zähne biss, nachdem er im ersten Abschnitt einen Schlag aufs Sprunggelenk abbekommen hatte, ließ sich dann gegen Tomislav Bakovic auswechseln. Anderl schickte dafür Woltmann zurück in die Abwehrmitte. In der Endphase hatte es Rain nicht mehr im Kreuz, das Spiel noch einmal spannend zu machen. Im Vergleich zu Ismaning war Geisler diesmal kaum beschäftigt.

TSV Aindling: Geisler – Söllner, Scheifel, Neumann (67. Bakovic), Simon Huber – Woltmann, Okanovic (87. Knauer) – Eweka, Fischer, Kilian Huber – Ebeling (84. Modes).

TSV Rain: Maschke – Egen, Taglieber, Triebel, Götz – Lovric, Lutz, Geiß (46. Müller) – Alexander Schneider, Cantürk, Clari (60. Wünsch).

Schiedsrichter: Badstübner (Windsbach).

Zuschauer: 950.

Tore: 1:0 (6.) Ebeling, 2:0 (21.) Woltmann, 2:1 (47.) Götz, 3:1 (57.) Fischer, 4:1 (66.) Ebeling.

Gelbe Karte: Knauer – Triebel, Götz.

Bes. Vork.: Maschke hält Foulelfmeter von Fischer (64.).

Von Heribert Oberhauser



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Veröffentlicht am 23.09.2011 22:08 Uhr