Fußball    

Schmidt trumpft im Finale auf

Friedberg – Der TSV Aindling wurde am Dreikönigstag in der proppenvollen Sporthalle des TSV Friedberg (offiziell 600 Zuschauer) seiner Favoritenrolle gerecht und qualifizierte sich als letzte Mannschaft für die schwäbische Endrunde am Samstag in Günzburg. Zum 15. Mal in der 32-jährigen Hallengeschichte fahren die Rot-Weißen zum Finalturnier. Im Endspiel musste der Bayernligist jedoch schon sein ganzes Können aufbieten, um den drei Klassen tiefer angesiedelten SV Mering mit 4:2 niederzuringen. „Die individuelle Stärke von Mario Schmidt brachte Aindling in die Endrunde“, sah Merings neuer Trainer Günter Bayer in dem Gallenbacher den Matchwinner für den dreifachen schwäbischen Hallenmeister.


<p>Schmidt trumpft im Finale auf </p>

Hoch her ging’s im Endspiel: Mario Schmidt (rechts) und Merings Paulo Bicho tauschen „Freundlichkeiten“ aus.


Schmidt wurde dann auch zum besten Spieler der Veranstaltung gewählt. Zu den Protagonisten in seinem Team zählte TSV-Trainer Manfred Paula auch Christian Doll. Der Angreifer, der in der Herbstrunde unter Ladehemmung litt, scheint auf dem Weg zurück zu alter Stärke zu sein. Mit sechs Treffern wurde Doll Torschützenkönig bei der Friedberger Vorrunde. Ob er seinen Schwung mit zum Bezirksfinale nehmen kann, bleibt abzuwarten. Denn bei seinem sechsten Turniertreffer zog er sich eine Schulterverletzung zu.

Glanzvoll war der Auftritt der Aindlinger aber nicht. Vor allem in den Gruppenspielen war es nicht das Gelbe vom Ei, was sie auf dem Parkett boten. „Fußballerisch war es keine Augenweide, allerdings von keiner Mannschaft“, betonte Paula. Der TSV spielte ergebnisorientierten Fußball, der reichte, um sich in Friedberg durchzusetzen. „Für die Endrunde werden wir uns deutlich steigern müssen“, ist Paula überzeugt.

Wenn sich Paula schon nicht an den Darbietungen auf dem Parkett so recht erfreuen konnte, so gefiel ihm die Atmosphäre auf den Rängen: „Das war endlich mal wieder ein Hallenturnier mit Flair und Stimmung.“ Dafür sorgten in erster Linie die Fans aus Mering und die des TSV Friedberg. Im Endspiel kochten die Emotionen über, als sich die Meringer kurz vor Schluss noch zwei Zeitstrafen einhandelten. Offensichtlich saß bei Stefan Wiedemann und Paulo Bicho der Frust über die verpasste Chance der ersten Meringer Endrundenteilnahme sehr tief. Denn die letzten, gut eineinhalb Minuten mussten sie auf der Strafbank verfolgen. „Das mit der Disziplin kriegen wir auch noch hin“, so Bayer.

Es hat nicht viel für den nächsten Coup von Mering und Bayer gefehlt. 22 Stunden, nachdem der Bezirksligist erstmals Landkreismeister geworden war, war er auf einem guten Weg Richtung Günzburg. Zwei Mal lag der SVM im Finale durch Bicho und Albert Lopatkiewicz in Führung, ehe die Aindlinger den Spieß noch umdrehten, jedoch keineswegs unverdient. Denn nach dem 2:2-Ausgleich durch Schmidt legte der TSV noch eine Schippe drauf, die erstmalige Führung war nur eine Frage der Zeit. „Da waren wir müde. Das Turnier vom Mittwoch steckte uns doch in den Knochen“, meinte Bayer. Auch wenn beim Trainerfuchs am Ende auch Enttäuschung mitschwang, so war er mit der Leistung seiner neuen Mannschaft sehr zufrieden.

Dies konnte Martin Schreier, Trainer des BC Aichach, nicht von sich behaupten. Der Spitzenreiter der Bezirksoberliga ist überhaupt nicht ins Turnier gekommen. „Wir haben zu wenig gemacht, zeigten zu wenig Laufbereitschaft“, kritisierte Schreier. Gegen Ecknach kam der BCA nicht über ein 1:1 hinaus und das 1:4 gegen Affing bezeichnete BCA-Präsident Volker Weingartner „fast als Arbeitsverweigerung“. Der 2:0-Erfolg über den späteren Finalisten Mering im letzten Gruppenspiel war nur von statistischem Wert, das vorzeitige Aus nach den Gruppenspielen war trotz des Sieges besiegelt.

Ganz im Gegensatz zu den Ecknachern. „Wir haben uns als Kreisligist teuer verkauft“, so Daniel Nowak, einer der beiden VfL-Spielertrainer. Ecknach beendete das Turnier zwar als Letzter in seiner Gruppe, hatte aber in seinem Abschlussspiel gegen Affing noch die Chance auf den Halbfinaleinzug, benötigte dafür einen Sieg. „Wir waren gut dabei“, meinte Nowak, denn bis drei Minuten vor Schluss stand es 1:1. Doch von dem kuriosen Treffer zum 1:2, als Affings Keeper Florian Riegel seinen unglücklich agierenden Gegenüber David Selig überraschte, erholte sich Ecknach nicht mehr. „Das war dann doch demoralisierend“, so Nowak. In den letzten zwei Minuten wurde es gar noch eine 1:5-Packung.

Damit waren die Affinger sicher im Halbfinale. Der Landesligist legte einen Fehlstart ins Turnier hin (1:4 gegen Mering), doch mit den Erfolgen über den BCA (4:1) und Ecknach habe sich sein Team wieder herangekämpft, sagte Affings Co-Trainer Ovidiu Palcu. Einem vorzeitigen Duell gegen Aindling wollte er aus dem Weg gehen. Der Bayernligist revanchierte sich in der Vorschlussrunde für die Endspielniederlage beim Aichacher Weihnachtscup. „Aindling hat verdient gewonnen“, so Palcu.


<p>Schmidt trumpft im Finale auf </p>

Im Stil eines Handballtorwarts wirft sich Merings Schlussmann Umut Zambak David Bulik entgegen. Auch wenn der BC Aichach sein letztes Gruppenspiel gegen den späteren Finalisten gewinnen konnte, so blieb er doch weit hinter den Erwartungen zurück.



<p>Schmidt trumpft im Finale auf </p>

Bis zum letzten Gruppenspiel hatten Thomas Schmid (MItte) und der VfL Ecknach die Chance aufs Halbfinale. Der Kreisligist verkaufte sich in Friedberg teuer. Für die Affinger Daniel Schreder (rechts) und Alexander Thiel kam das Aus im Halbfinale.



<p>Schmidt trumpft im Finale auf </p>

„Die individuelle Stärke von Mario Schmidt gab den Ausschlag“, meinte Merings Trainer Günter Bayer nach der Finalniederlage. Der Aindlinger Mittelfeldspieler (links, rechts Dominic Fiorentino) wurde zum besten Akteur der Friedberger Vorrunde gewählt.



<p>Schmidt trumpft im Finale auf </p>

Jubel beim TSV Aindling: Der Bayernligist qualifizierte sich am Dreikönigstag mit dem 4:2-Endspielsieg gegen den SV Mering schon zum 15. Mal für die Endrunde der schwäbischen Hallenmeisterschaft. Fotos: Kerpf




Ausführliche Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land, aus Bayern und der Welt im E-Paper der Aichacher Zeitung. Hier bestellen.


Veröffentlicht am 07.01.2011 14:18 Uhr