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Aindlinger Aus: Vor, mit oder nach der Sirene?

Augsburg (LJ) 0:3 nach 20 Minuten – der TSV Aindling war im Viertelfinale gegen den ASV Fellheim eigentlich schon hergerichtet für die Dusche. Aber er kam zurück, glich 64 Sekunden vor Schluss durch Simon Knauer aus, um vor, mit oder nach der Schlusssirene ...


<p>Vor, mit oder nach der Sirene? </p>

Kein Durchkommen gab’s für Aindlings Florian Hönisch (links) im Viertelfinale gegen den Fellheimer Marcel Petermann.


Augsburg (LJ) 0:3 nach 20 Minuten – der TSV Aindling war im Viertelfinale gegen den ASV Fellheim eigentlich schon hergerichtet für die Dusche. Aber er kam zurück, glich 64 Sekunden vor Schluss durch Simon Knauer aus, um vor, mit oder nach der Schlusssirene (genau wird das nie mehr zu klären sein) 3:4 zu verlieren.

Das entscheidende Tor sorgt mächtig für Aufregung. Torhüter Thomas Geisler lenkt einen Schuss seines Gegenübers Edin Kahric an die Hallendecke – indirekter Freistoß für Fellheim sieben Meter vor dem Aindlinger Kasten. Die Uhr steht bei 29:58. Betz tippt an, Cetinkaya schießt an die Bande, Cilingir versenkt den Abpraller.

In zwei Sekunden seien keine drei Ballkontakte möglich, machten sich daraufhin sämtiche Aindlinger als Erklärung zunutze, warum das Tor nach dem Schlusssignal gefallen sein musste. Fußballchef Josef Kigle war so sauer auf die Zeitnehmer, dass er gleich mit einem Boykott der Meisterschaft im nächsten Jahr drohte. Der Aichacher Rudi Hoffmann und der Stotzarder Helmut Brandmayr, am Rosenauberg für die Uhr zuständig, betonten, das 4:3 sei völlig korrekt noch in der Spielzeit gefallen. Ein Zuschauer, der in keiner Weise der Parteinahme verdächtig ist, hielt dagegen, die Sirene sei vor dem Tor ertönt.

Sei’s drum. In einem Duell mit einem drei Klassen tiefer angesiedelten Widersacher hätte es sich für Aindling nie so zuspitzen dürfen. Aber der Siebte der Bayernliga war einfach schlecht, ihm fiel lange nichts ein. „Der Sieg der Fellheimer ist verdient, die waren mehr als zwanzig Minuten besser als wir“, anerkannte Kigle. „Wir hatten wie immer Anlaufschwierigkeiten, wollten es routiniert runterspielen, das ist uns nicht gelungen. Erst nach dem 0:3 haben wir das gespielt, was wir von Anfang an vorhatten“, bedauerte Trainer Helmut Leihe und schob nach: „Augsburg hat seine Sensation, für uns ist es bitter.“

ASV-Trainer Gerhard Schedel, aus dessen Hallenaufgebot bis auf Thomas Zanker alle schon beim FC Memmingen gespielt haben, hatte mit aggressiveren Aindlingern gerechnet: „Sie haben uns spielen lassen, das ist uns entgegengekommen.“ Gefährlichster Fellheimer Angreifer war Torhüter Edin Kahric, der Geisler vier Mal mit fulminanten Schüssen von der Mittellinie aus prüfte. Kahric, der jüngere Sohn des Memminger Trainers, ist gelernter Stürmer, stand aber schon bei der Hawanger Vorausscheidung zwischen den Pfosten. Die Taktik mit einem mitspielenden Torhüter ging wie auch bei Thannhausen mit dem grandiosen Sebastian Steidle auf.


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Der bekannteste Fußballer war am Samstag nur Zuschauer: FCA-Torjäger Michael Thurk.




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Veröffentlicht am 10.01.2010 18:34 Uhr