Kühbach    

Trotz Brand: Räte gegen neue Krammer-Halle

Vor gut einem Monat wütete im Kühbacher Ortsteil Paar auf dem Gelände der Lohnunternehmerfamilie Krammer ein verheerendes Feuer. Eine Maschinenhalle auf dem Hof im Ortskern brannte in den frühen Morgenstunden bis auf die Grundmauern nieder. Zudem wurde ein Kartoffelvollernter im Wert von etwa 600 000 Euro, der in der Halle stand, vernichtet. Mittlerweile ist die Kartoffelernte in vollem Gange. Johann Krammer hat nun deshalb bei der Gemeinde den Antrag gestellt, eine kleinere, bisher nur für Maschinen genutzte Halle zur Lagerung für Kartoffeln verwenden zu dürfen. Dagegen hatte der Gemeinderat nachträglich keine Bedenken - Bürgermeister Karl-Heinz Kerscher hatte davor bereits sein Okay gegeben.


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Vor rund einem Monat hat es auf dem Hof des Lohnunternehmers Johann Krammer gebrannt. Gegen den Neubau einer Mehrzweckhalle zwischen Kühbach und Großhausen hatten die Gemeinderäte jedoch Bedenken. Foto: Manfred Schalk

Weniger gut kam hingegen der Bauantrag Krammers auf Errichtung einer landwirtschaftlichen Mehrzweckhalle auf einem Feld zwischen Kühbach und Großhausen gelegen an. Die verkehrstechnische Anbindung dorthin würde über die Ortsverbindungsstraße (beschränkt auf Lastenverkehr bis zwölf Tonnen, ausgenommen landwirtschaftliche Fahrzeuge) und eine Feldweg erfolgen. Karl-Heinz Kerscher informierte die Räte, die Halle sei mit 48 Metern mal 20 Metern geplant. "Dass das nicht schön ist, darüber brauchen wir gar nicht reden", drückte der Gemeindechef seine Bürgermeister, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass dem Markt in der Sache wohl die Hände gebunden seien, "da das Vorhaben privilegiert ist".
Gabi Erhard machte ihrem Ärger mit den Worten Luft: "Dass man eine solche Halle mitten in die Landschaft setzen darf, das versteh' ich nicht." Franz Lechner schlug vor, Krammer könnte doch irgendwo anders bauen, etwa in der nähe des Westumfahrung. Dort besitze der Lohnunternehmer aus Paar aber keine Grundstücke, erwiderte Kerscher nachsichtig lächelnd.
Bei der anschließenden Abstimmung sprachen sich acht Räte gegen das Bauvorhaben aus, acht stimmten dafür. Damit wurde das gemeindliche Einvernehmen nicht erteilt. Das letzte Wort in der Sache hat aber das Landratsamt als Genehmigungsbehörde. Das Amt für Landwirtschaft indes wird prüfen, ob es sich bei dem Bauantrag tatsächliche um eine Privilegierung handelt.



Von Thomas Winter



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Veröffentlicht am 16.09.2020 13:59 Uhr



 
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