Kühbach    

"Alle müssen etwas tun"

Kühbach/Gachenbach - Das Volksbegehren "Rettet die Bienen" hat die Fronten offenbar verhärtet und Landwirte in ein schlechtes Licht gerückt - sagen zumindest einige Vertreter des Bayerischen Bauernverbands (BBV). Im Rahmen der bayernweiten Aktion "Bayern blüht auf" fährt ein mit Bildern von Blumen folierter Schlepper durch 47 Orte im ganzen Freistaat.


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Nicht nur mit den bunten Blumen und der Aufschrift "Bayern blüht auf" wollen die Bauern nun die Öffentlichkeit aufklären, zeigen, "dass wir bereits viel für die Arten tun", sagte BBV-Geschäftsführer Wolfgang Gutmann am Montag. Nicht nur zusammen mit Kreisobmann Reinhard Herb, Kreisbäurin Sabine Asum und weiteren Landwirten war der am Montag auf dem Hof des Kühbacher Landwirts Andreas Karl zu Gast. Auch Privatpersonen, die bei Andreas Karl eine Wiesenparzelle gepachtet haben, schauten sich den Schlepper an, der in Kühbach Halt machte.
So viele Pächter wie anfangs erhofft, sind das übrigens nicht, und nur ein Bruchteil von ihnen kommt aus dem Landkreis. 160 sogenannte "Blühpaten" haben Flächen in der Region gepachtet. "Ernüchternd" finden diese Resonanz Reinhard Herb und Andreas Karl. Der Kühbacher hat mit 30 Hektar, aufgeteilt auf 110 Blühpaten, rund drei Viertel der gesamten Blühflächen im Landkreis verpachtet, die anderen zehn Hektar liegen auf den Flächen der Familien Höger bei Ingstetten, Lunz bei Obergriesbach und Held in bei Aindling.
Andreas Karl und seine Familie hatten während der heißen Phase des Volksbegehrens Anfang Februar kräftig Werbung für ihre "Bienenwiesen" gemacht. Die Idee: Privatleute, die selbst keine Flächen besitzen, auf denen sie Insekten und weiteren Tieren Nahrung und Unterschlupf bieten, können sich an Landwirte wenden und eine Fläche pachten. Auf Parzellen von mindestens 200 Quadratmetern Größe sät der Landwirt dann eine Blühwiese an. Fünf Jahre steht sie, pro Jahr zahlt der Pächter 50 Euro. Dass verhältnismäßig wenige Pächter aus dem ländlichen Raum kommen, macht in den Augen einer Pächterin aus Ingstetten Sinn. Immerhin hätten in der Region einige Leute durchaus blühende Gärten. Der Großteil der Pächter kommt wohl auch deshalb aus der Stadt - diese Zielgruppe sollte laut Karl im Februar auch erreicht werden. "Aus München kommen aber nur 30, da hätte ich mit mehr gerechnet", erklärte Andreas Karl auf Nachfrage. Die meisten Blühpaten, die im Landkreis wohnen, kommen aus dem Bekanntenkreis der anbietenden Landwirte und haben laut eigenen Angaben nicht unbedingt für das Volksbegehren unterschrieben.


Von Bastian Brummer


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Veröffentlicht am 18.09.2019 09:13 Uhr




 

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